Microvast: Sammelklage von Pomerantz LLP

Sammelklage und CFO-Fluktuation erschüttern Microvast. Neue Zölle und ein Margeneinbruch verschärfen die Krise des Batterieherstellers.

Die Kernpunkte:
  • Sammelklage gegen Microvast eingereicht
  • Vier Finanzvorstände in drei Jahren
  • Bruttomarge auf ein Prozent gefallen
  • Neue Zölle belasten Produktion

Microvast Holdings versucht die Stabilisierung. Nach einem neuen Jahrestief am Freitag klettert der Kurs zum Wochenstart auf 0,7310 Euro. Die technische Gegenreaktion überdeckt jedoch tiefe Risse im Fundament des Batteriebauers.

Klageflut und Personalkarussell

Hinter den Kulissen tobt ein Rechtsstreit. Die US-Kanzlei Pomerantz LLP reichte am Sonntag eine Sammelklage ein. Ein zentraler Vorwurf lautet auf extreme Instabilität in der Führungsetage. Microvast verschliss innerhalb von drei Jahren vier verschiedene Finanzvorstände (CFOs).

  • Craig Webster (bis April 2024)
  • Yasser Ali (Juli bis August 2024)
  • Fariyal Khanbabi (Oktober 2024 bis April 2025)
  • Pat T. Schultz (April bis August 2025)

Investoren werfen dem Management vor, die finanzielle Lage verschleiert zu haben. Besonders die Entwicklung der Bruttomargen schockiert. Diese stürzten im vierten Quartal 2025 von zuvor rund 36 Prozent auf nur noch ein Prozent ab. Die Verzögerungen beim Ausbau der Produktionsstätte Huzhou Phase 3.2 belasten die Bilanz zusätzlich.

Margenverfall und Handelshemmnisse

Zusätzlicher Druck kommt aus der Politik. Seit dem 24. Juli gelten neue Zölle von 12,5 Prozent auf Batterieimporte aus dem asiatisch-pazifischen Raum. Microvast hängt stark von diesen Fertigungskapazitäten ab. Die neuen Handelsbarrieren erschweren die Rückkehr in die Profitabilität erheblich.

Der aktuelle Kursanstieg bleibt ein technisches Phänomen. Mit einem RSI von 29,1 galt die Aktie als kurzfristig überverkauft. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus dennoch auf rund 69 Prozent. Für eine echte Wende müssen Beobachter den September 2026 abwarten. Dann läuft die Frist für die Benennung des Hauptklägers in der Wertpapierklage ab.

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