Microvision Aktie: Rekordtief bei 1,65 USD
Microvision meldet hohe Verluste und Kapitalbedarf, erhält jedoch neue Lidar-Aufträge. Die nächste Plattformgeneration folgt voraussichtlich später.

- Aktie erreicht neues Rekordtief
- Kapitalmaßnahme verwässert bestehende Anteile
- CFO übernimmt bei hohem Mittelabfluss
- Neue Aufträge für IRIS-Sensoren
Der Kurs von Microvision ist am Freitag auf ein neues Rekordtief von 1,65 USD gefallen, bevor das Papier den Handel bei 1,84 USD mit einem Minus von 2,1 % beendete.
Die Anleger reagierten damit auf die Kombination aus einer verwässernden Kapitalmaßnahme und belastenden Quartalsergebnissen. Mitte August schloss das Unternehmen ein öffentliches Angebot über 17,0 Millionen USD ab, bei dem 6,8 Millionen Einheiten zu einem Preis von je 2,50 USD ausgegeben wurden.
Da jede Einheit neben einer Stammaktie auch einen fünfjährigen Optionsschein enthält, entstand eine erhebliche Verwässerung der bestehenden Anteile. Der deutliche Abschlag zum damaligen Marktpreis hat den Abwärtstrend, der die Aktie seit Jahresbeginn bereits massiv unter Druck gesetzt hatte, zusätzlich verschärft.
Neue Finanzchefin übernimmt in angespannter Lage
Am vergangenen Donnerstag hat Christine Chambers offiziell ihre Position als Chief Financial Officer (CFO) angetreten. Die Ernennung fällt in eine Phase, in der das Unternehmen mit einem hohen jährlichen Mittelabfluss kämpft, der auf rund 60 Millionen USD geschätzt wird.
Im zweiten Quartal 2026 verbuchte Microvision einen Nettoverlust von 36,9 Millionen USD bei einem Umsatz von lediglich 1,47 Millionen USD. Die neue Finanzchefin steht nun vor der Herausforderung, die Liquidität des Lidar-Spezialisten zu steuern, während das Management für das Gesamtjahr 2026 weiterhin eine Umsatzspanne von 10,0 bis 16,0 Millionen USD anvisiert.
Operative Lichtblicke durch neue Sensor-Aufträge
Trotz der finanziellen Belastungen meldete das Unternehmen zuletzt operative Fortschritte bei seiner Technologie. Am 24. August gab Microvision den Erhalt mehrerer Erst- und Folgeaufträge für tausende IRIS-Lidar-Sensoren bekannt. Diese Bestellungen stammen von Kunden aus Nordamerika und Europa für Anwendungen in den Bereichen Industrie, Sicherheit und Verteidigung.
Die Nachfrage unterstreicht das Potenzial der Sensoren für weitreichende Erfassungsszenarien. Zudem präsentierte das Unternehmen am 21. August sein MOVIA-Air-System sowie Lösungen für die 3D-Kartierung in Echtzeit auf einer Technologiemesse für Verteidigungssysteme in Kalifornien, um die Einsatzmöglichkeiten bei unbemannten Fluggeräten aufzuzeigen.
Geopolitische Faktoren und langfristige Strategie
Das Marktumfeld für westliche Lidar-Anbieter könnte sich durch regulatorische Entwicklungen in den USA verändern. Das Idaho National Laboratory leitete am 21. August eine Untersuchung zu Sicherheitsrisiken durch chinesische Lidar-Technologie ein, was die Marktposition von Wettbewerbern aus China schwächen und Unternehmen wie Microvision begünstigen könnte.
Medienberichten von Mitte vergangener Woche zufolge bewerten Analysten die Aktie mit einem Kursziel von 2,00 USD. Dennoch ist für Anleger Geduld gefragt: Die Migration der Kunden auf die nächste Plattformgeneration HALO wird laut Unternehmensangaben voraussichtlich erst im Zeitraum zwischen Ende 2027 und 2028 einsetzen.
Bereits Anfang August hatte Microvision einen Aktiensplit im Verhältnis 1 zu 15 durchgeführt, um die formalen Anforderungen für den Verbleib an der Nasdaq-Börse zu erfüllen.
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