Microvision: Autorisierte Aktien sinken auf 150 Millionen

Microvision vollzieht am 1. August einen Reverse Split von 1:15, um die Nasdaq-Notierung zu wahren. Der Konzern reduziert zudem die Zahl der zugelassenen Aktien deutlich.

Die Kernpunkte:
  • Reverse Split von 1:15 ab August
  • Aktienanzahl sinkt auf 150 Millionen
  • Quartalszahlen Anfang August erwartet
  • Neue Lidar-Partnerschaften in der Industrie

Microvision steht unmittelbar vor einer Zäsur. Während die Aktie auf ein neues Jahrestief von 0,2030 Euro rutschte, bereitet das Unternehmen einen massiven Kapitalschnitt vor. Der Countdown für den sogenannten Reverse Split läuft bereits.

Kampf gegen das Börsen-Aus

Am 1. August tritt die Zusammenlegung der Aktien im Verhältnis 1 zu 15 offiziell in Kraft. Ab dem 3. August wird das Papier auf bereinigter Basis an der Nasdaq gehandelt. Das Management will mit diesem Schritt den Mindestpreis pro Aktie künstlich anheben. Ziel ist es, die strengen Listing-Anforderungen der Technologiebörse wieder zu erfüllen.

Parallel dazu reduziert das Unternehmen die Anzahl der autorisierten Stammaktien deutlich. Statt bisher 510 Millionen Anteilen werden künftig nur noch 150 Millionen zur Verfügung stehen. Die Führungsebene bezeichnet diese Maßnahme als strategische Notwendigkeit. Nur so könne sich der Konzern weiter auf seine Wachstumspläne im Automobil- und Industriesektor konzentrieren.

Fokus auf die Quartalszahlen

Anleger blicken derweil gespannt auf die Veröffentlichung der Ergebnisse für das zweite Quartal. Anfang August muss das Unternehmen seine Bücher öffnen. Analysten rechnen im Schnitt mit einem Verlust von 0,05 US-Dollar je Aktie bei einem Umsatz von rund einer Million Dollar.

Besonders der Fortschritt der „Lidar 2.0“-Strategie steht dabei auf dem Prüfstand. Microvision hat in den vergangenen Monaten Technologie-Assets von Luminar und Scantinel Photonics integriert. Nun muss der Konzern beweisen, dass diese Zukäufe den Cash-Burn bremsen und in nachhaltiges Umsatzwachstum münden.

Neue Partnerschaften in der Industrie

Operativ gibt es Lichtblicke abseits der Bilanzzahlen. Im Juni unterzeichnete Microvision einen Entwicklungsvertrag mit einem globalen Baumaschinenhersteller für autonome Transportsysteme. Zudem lieferte das Unternehmen Lidar-Sensoren an einen großen KI-Konzern zu Testzwecken aus.

Der Markt reagiert bisher verhalten auf diese operativen Meilensteine. Die Aktie notiert aktuell weit unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt von etwa 0,61 Euro. Die hohe Volatilität von 121 Prozent verdeutlicht die Nervosität vor der strukturellen Konsolidierung. Mit dem Vollzug des Aktiensplitts am Montag beginnt für Microvision eine neue Phase der Börsennotierung.

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