Midea Group Aktie: Wärmepumpen für Europa

Midea präsentierte Heizlösungen für Europa und zeigte mit der Beteiligung Jodell neue Robotikprodukte für die Industrieautomation.

Die Kernpunkte:
  • H-Pack arbeitet ohne Außeneinheit
  • Raynor Pro heizt bis minus 40 Grad
  • PortaSplit erhält 2027 das Kältemittel R290
  • Jodell präsentierte Sensorik und Roboterhand

Auf Europas Heizungsmarkt will Midea mehr sein als Klimaanlagenhersteller. Auf der Chillventa in Nürnberg zeigte der Konzern vom 13. bis 15. Oktober eine breite Palette an Wärmepumpen, Heiztechnik und Energiemanagement. Parallel meldet sich die Robotik-Beteiligung Jodell mit neuen Produkten zu Wort.

Heizen ohne Außeneinheit

Im Mittelpunkt stand H-Pack, eine Wärmepumpe für den Innenbereich. Entwickelt hat sie das europäische Forschungsteam des Konzerns. Sie kommt ohne Außeneinheit aus und soll damit typische Hürden auf dem europäischen Markt entschärfen: Lärm, Platzmangel und baurechtliche Vorgaben.

Die modulare Bauweise erleichtert Installation und Wartung, per Ferndiagnose lassen sich Serviceeinsätze reduzieren. Das System läuft vollelektrisch oder im Hybridbetrieb. Am Messestand zeigte Midea Fallstudien aus Pilotprojekten quer durch Europa.

Für kalte Regionen steht Raynor Pro bereit. Das Gerät liefert nach Unternehmensangaben bei minus 25 Grad die volle Heizleistung und arbeitet bis minus 40 Grad. Die Raynor-Serie erhielt zudem den iF Design Award und den German Design Award.

Beim mobilen Split-Gerät PortaSplit kündigte Midea den Wechsel auf das Kältemittel R290 an, und zwar für 2027. Das Modell ist auf einfache Fensterinstallation ausgelegt, was die Installationskosten spürbar senken soll.

Energiemanagement und Auszeichnungen

Mit MHELIOS adressiert der Konzern das ganze Haus. Das System steuert Energiespeicher und Verbrauch anhand dynamischer Strompreise und bindet Wärmepumpe, Solaranlage und Ladestation für Elektroautos ein. Eine deutsche Fallstudie weist für einen Haushalt Einsparungen von rund 1.866 Euro im Jahr aus. Das ist eine Herstellerangabe zu einem Einzelfall, keine Marktgröße.

Hinzu kommen Marktforscher-Lorbeeren: Euromonitor kürte Midea zum vierten Mal in Folge zum weltweit größten Anbieter von Inverter-Klimaanlagen für Privathaushalte. Ebenfalls vergeben wurde der Titel als weltweit größter Hersteller von R290-Klimaanlagen.

Robotik als zweites Standbein

Abseits der Haustechnik zeigt sich, wohin Midea Kapital lenkt. Das Unternehmen Jodell Robotics aus Suzhou, an dem Midea strategisch beteiligt ist, stellte auf der Industriemesse CIIF in Shanghai seine Produktpalette vor. Dazu gehören eine Fünf-Finger-Roboterhand mit Tastsensorik, Sensoren und ein Datenerfassungs-Kit für verkörperte KI.

Jodell nennt mehr als 6.000 Kunden und eine Jahreskapazität von über 100.000 Einheiten. Für Midea ist die Beteiligung ein weiterer Baustein in Richtung Industrieautomation und humanoider Robotik.

Konkrete Kursimpulse liefern die Meldungen nicht. Sie zeigen aber, wie der Konzern sein Geschäft auf zwei Feldern verbreitert: Wärme- und Energiemanagement in Europa sowie Robotik in China. Der nächste greifbare Termin im Produktportfolio ist die für 2027 angekündigte R290-Umstellung bei PortaSplit.

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