Military Metals Aktie: 60-Prozent-Crash auf 0,16 CAD
Nach Lizenzentzug für das EU-Antimon-Projekt Trojarová konzentriert sich Military Metals auf nordamerikanische Standorte. Rechtsmittel eingelegt.

- Explorationslizenz in der Slowakei entzogen
- Aktie stürzte um bis zu 60 Prozent ab
- Rechtliche Schritte gegen Entscheidung angekündigt
- Nordamerikanische Projekte rücken in den Vordergrund
Die Aktie von Military Metals ist nach einer regulatorischen Handelspause am 29. Mai 2026 um 8:00 Uhr ET an der Canadian Securities Exchange (CSE: MILI) wieder in den Handel zurückgekehrt. Anleger stehen vor einer Neubewertung: Das slowakische Flaggschiff-Projekt liegt auf Eis, die nordamerikanischen Assets rücken in den Fokus.
Lizenzentzug trifft größte EU-Antimon-Lagerstätte
Am 28. Mai 2026 erhielt Military Metals eine formelle Entscheidung des slowakischen Umweltministeriums: Die Explorationslizenz für das Antimon-Gold-Projekt Trojarová wurde widerrufen. Die Begründung blieb unklar.
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Die Aktie brach daraufhin um bis zu 60 Prozent auf ein 52-Wochen-Tief von 0,16 CAD ein. Bis Freitagnachmittag erholte sich der Kurs leicht, die Marktkapitalisierung lag bei 21,6 Millionen CAD.
Der Zeitpunkt trifft besonders hart. Wenige Wochen zuvor hatte das Unternehmen die erste Ressourcenschätzung für Trojarová vorgelegt: 6,5 Millionen Tonnen mit 1,02 Prozent Antimon und 1,06 Gramm Gold pro Tonne. Das entspricht 67.000 Tonnen Antimon und 222.000 Unzen Gold. Die Lagerstätte galt als größtes Antimon-Vorkommen der EU nach modernen Standards.
Widerspruch zur eigenen Rohstoffstrategie
Military Metals wertet den Entzug als inkonsistent. Das slowakische Umweltministerium hatte Trojarová zuvor ausdrücklich in das Nationale Programm zur Exploration kritischer Mineralrohstoffe aufgenommen — ein Dokument, das gemäß EU-Verordnung 2024/1252 erstellt wurde und Antimon als Schwerpunkt nennt.
Das Unternehmen sieht die Entscheidung als Widerspruch zu den erklärten Zielen der EU-Versorgungssicherheit. Das politische Umfeld in der Slowakei bleibt volatil, öffentliche Debatten über Umweltpolitik und Ministeriumsführung dauern an.
Rechtsmittel binnen 15 Tagen
Military Metals akzeptiert die Entscheidung nicht und wird alle rechtlichen Schritte ausschöpfen. Eine Berufung beim Umweltminister muss innerhalb von 15 Tagen nach Zustellung eingereicht werden. Die Frist läuft.
Das Unternehmen kündigte konstruktive Gespräche mit Stakeholdern an, betont aber die Unsicherheit des Ausgangs. Ob die beiden weiteren slowakischen Projekte — Tiennesgrund (Antimon) und Medvedi (Zinn), beide mit sowjetischer Explorationshistorie — vom Lizenzentzug betroffen sind, ist unklar.
Nordamerika-Portfolio rückt nach
Mit Trojarová im Schwebezustand richtet sich der Blick auf die nordamerikanischen Assets. Military Metals hält das West-Gore-Projekt in Kanada sowie Last Chance in Nevada, beide historische Produzenten.
Bei Last Chance delinierte eine Bodenprobennahme 2025 eine rund 815 Meter lange Antimon-Anomalie in nordwest-südöstlicher Richtung. Die obersten zehn Prozent der Proben wiesen 53,5 bis 952 ppm Antimon auf.
Weitere Explorationsergebnisse werden für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet. Ob sie ausreichen, um den Verlust der slowakischen Ressource zu kompensieren, muss sich zeigen — die Trojarová-Schätzung basierte auf 53 Diamantbohrungen über 7.167 Meter und 55 untertägigen Chip-Proben, erstellt von SLR Consulting mit einem Cut-off von 0,8 Prozent Antimon-Äquivalent.
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