Military Metals Aktie: Trojarova-Schätzung mit 6,5 Millionen Tonnen

Slowakische Behörde entzieht Military Metals die Lizenz für das EU-als-strategisch eingestufte Antimon-Projekt Trojarova. Das Unternehmen kündigt rechtliche Schritte an.

Die Kernpunkte:
  • Explorationslizenz für Trojarova entzogen
  • Projekt zuvor als EU-strategisch gemeldet
  • Rechtliche Schritte eingeleitet
  • Aktie erholt sich nach Kurseinbruch

Sechs Tage nach Einreichung des technischen Berichts strich die slowakische Umweltbehörde Military Metals die Explorationslizenz für das Trojarova-Projekt. Das Paradoxe daran: Dieselbe Behörde hatte das Projekt kurz zuvor als strategisches Antimon-Vorkommen bei der EU-Kommission gemeldet. Dieser Widerspruch ist jetzt das Herzstück der juristischen Gegenwehr.

Lizenz weg — trotz EU-Listung

Am 28. Mai 2026 erhielt Military Metals die formelle Entscheidung des slowakischen Umweltministeriums. Die Behörde entzog dem Trojarova-Antimon-Goldprojekt die Explorationslizenz — ohne klare Begründung.

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Dabei hatte das Ministerium das Projekt selbst in Slowakiens nationales Programm zur Erkundung kritischer Rohstoffe aufgenommen. Dieses Programm wurde gemäß Artikel 19 der EU-Verordnung 2024/1252 bei der Europäischen Kommission eingereicht. Trojarova stand darin ausdrücklich als Explorationsfläche für Antimon.

Military Metals akzeptiert die Entscheidung nicht. Das Unternehmen will alle verfügbaren Rechtsmittel ausschöpfen — inklusive einer Beschwerde beim Umweltminister. Die Frist dafür beträgt 15 Tage ab Entscheidungsdatum.

Was auf dem Spiel steht

Der Zeitpunkt trifft das Unternehmen besonders hart. Am 6. April 2026 hatte Military Metals eine erste Mineralressourcenschätzung für Trojarova veröffentlicht: 6,5 Millionen Tonnen mit 1,02 % Antimon und 1,06 g/t Gold. Das entspricht 67.000 Tonnen Antimon und 222.000 Unzen Gold.

Damit galt Trojarova als größtes Antimon-Vorkommen in der Europäischen Union, definiert nach modernem Regulierungsstandard. Die Schätzung basiert auf 53 Diamantbohrungen mit insgesamt 7.167 Metern Bohrkernlänge.

Der technische Bericht nach NI 43-101 wurde am 22. Mai eingereicht — sechs Tage vor der Lizenzkündigung.

Kurseinbruch und Erholung

Die Aktie brach am 28. Mai um bis zu 60 % ein und fiel auf ein 52-Wochen-Tief von 0,16 kanadischen Dollar. Die kanadische Regulierungsbehörde CIRO setzte den Handel vorübergehend aus. Am 29. Mai lief der Handel an der Canadian Securities Exchange und in Frankfurt wieder an. Bis Freitagmittag erholte sich der Kurs teilweise — die Marktkapitalisierung lag zuletzt bei rund 21,6 Millionen kanadischen Dollar.

Nordamerika als Rückhalt

Während der Rechtsstreit in der Slowakei läuft, treibt Military Metals seine nordamerikanischen Projekte voran. In Nye County, Nevada, besitzt das Unternehmen die Last Chance-Liegenschaft. Bodenproben aus 2025 umrissen dort eine rund 815 Meter lange Antimon-Anomalie. Das Grundstück hat historische Bedeutung: Im Ersten Weltkrieg förderte man dort 400 Tonnen Erz mit 20 % Antimon-Gehalt. Kartierung, Beprobung und Bohrungen sollen das Potenzial weiter erschließen.

In der Slowakei hält Military Metals zwei weitere Projekte: Tiennesgrund und Medvedi Potok. Im Januar 2026 löste das Unternehmen eine 1-prozentige Nettohüttenroyalty auf alle drei slowakischen Liegenschaften ab.

Geopolitischer Rückenwind — und seine Ironie

Der Antimon-Markt gibt dem Streit zusätzliches Gewicht. China kontrolliert rund die Hälfte der weltweiten Produktion und verhängte im September 2024 Exportbeschränkungen. Der Preis stieg daraufhin von etwa 12.000 Dollar je Tonne auf über 60.000 Dollar — ein Fünffacher Anstieg. Aktuell bewegt sich der Spotpreis zwischen 38.000 und 50.000 Dollar je Tonne.

Westliche Regierungen stufen Antimon zunehmend als sicherheitskritischen Rohstoff ein — wegen seiner Bedeutung für Militärtechnologie und Verteidigungssysteme. Dass die Slowakei ausgerechnet eine Lizenz für ein von ihr selbst als strategisch eingestuftes EU-Antimon-Vorkommen entzieht, macht den Fall juristisch angreifbar. Ob das reicht, entscheidet sich spätestens mit dem Ministeriumsbeschwerdeverfahren — weitere Explorationsergebnisse aus allen Projekten erwartet das Unternehmen in der zweiten Jahreshälfte 2026.

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