Moderna Aktie: Gewinnmitnahmen nach Merck-Erfolg

Moderna erhält FDA-Zulassung für mFLUSIVA und meldet Fortschritte bei einer Krebstherapie, während Anleger nach dem Kurssprung Gewinne mitnehmen.

Die Kernpunkte:
  • Onkologie-Daten lösen Kurssprung aus
  • Rund 200 Millionen Aktien gehandelt
  • FDA genehmigt mFLUSIVA für Erwachsene
  • HHS beendet 22 mRNA-Projekte

Nach den jüngsten Kurssprüngen ist an den Märkten Ernüchterung eingekehrt. Für mich kommt diese Atempause keineswegs überraschend, sondern markiert eine überfällige Bereinigung. Wer die Dynamik der vergangenen Tage analysiert, erkennt schnell: Hinter den kurzfristigen Schwankungen vollzieht sich bei Moderna eine fundamentale Neubewertung, die weit über das ursprüngliche Pandemie-Geschäft hinausreicht.

Gewinnmitnahmen nach dem Befreiungsschlag

Auslöser des jüngsten Kurssprungs waren die Erfolge in der Onkologie. Gemeinsam mit Merck meldete Moderna positive Ergebnisse aus einer Phase-3-Studie zur personalisierten mRNA-Krebstherapie bei Hochrisiko-Melanomen in Kombination mit Keytruda.

Die Reaktion der Anleger am Mittwoch fiel gewaltig aus: Ein Handelsvolumen von rund 200 Millionen Aktien entsprach fast dem halben Streubesitz des Unternehmens. Dass die Short-Quote vor dieser Erleichterungsrally bei 13,7 Prozent lag, erklärt den massiven Druck auf der Kaufseite zusätzlich.

Dass am Donnerstag umgehend Gewinnmitnahmen einsetzten, halte ich für ein gesundes Marktphänomen. Kunden der UBS nutzten die Liquidität und verkauften am Mittwoch Papiere im Wert von 44 Millionen US-Dollar.

Analystin Leah Cann vom Analysehaus Brookline stellte folgerichtig eine kurzfristige Beruhigung in Aussicht. Nach einem Minus von 2,6 Prozent am Freitag notiert das Papier bei 134,16 Euro. Damit liegt der Kurs mit einem Abstand von minus 10 Prozent knapp unter seinem 52-Wochen-Hoch von 149,62 Euro.

Mehr als ein Corona-Profiteur

Entscheidend ist für mich die Frage, ob die aktuelle Bewertung auf einem soliden Fundament steht. Meiner Ansicht nach spricht vieles dafür. Das Unternehmen liefert zunehmend Belege, dass die technologische Plattform über die Erstanwendung hinaus tragfähig ist.

Erst im August erhielt Moderna von der US-Zulassungsbehörde FDA grünes Licht für mFLUSIVA, einen Grippeimpfstoff für Erwachsene ab 50 Jahren. In der dazugehörigen Phase-3-Studie erwies sich das Präparat als fast 27 Prozent wirksamer im Vergleich zu herkömmlichen Standard-Grippeimpfungen.

Gleichzeitig bleibt das Umfeld fordernd. Die US-Gesundheitsbehörde HHS strich zuletzt 22 mRNA-Projekte mit einem Gesamtvolumen von rund 500 Millionen US-Dollar. Für mich zeigt diese Maßnahme unmissverständlich, dass staatliche Fördergelder künftig wesentlich restriktiver vergeben werden. Moderna muss seine technologische Führerschaft und klinische Relevanz aus eigener Kraft unter Beweis stellen.

Fazit: Die Pipeline gewinnt an Kontur

Unterm Strich dürften die jüngsten Schwankungen vor allem Nervosität widerspiegeln. Nach dem enormen Handelsvolumen und den Verkäufen institutioneller Akteure braucht die Aktie Zeit, um ihr Niveau zu festigen.

Die strategische Richtung stimmt jedoch: Mit der FDA-Zulassung für mFLUSIVA und den Phase-3-Fortschritten in der Onkologie gewinnt die Pipeline nach der Pandemie greifbare Konturen. Die Chancen für eine nachhaltige Etablierung im Onkologie- und Impfstoffmarkt überwiegen meines Erachtens die Risiken kurzfristiger Korrekturen.

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