Moderna Aktie: Insider verkaufen!

Moderna hält am Break-even-Ziel für 2028 fest; zugleich richten sich die Erwartungen auf Krebsstudiendaten im Oktober.

Die Kernpunkte:
  • Aktienkurs seit Jahresbeginn 556 Prozent höher
  • Gewinnschwelle für 2028 weiterhin angepeilt
  • Neun Studien mit Merck-Krebswirkstoff
  • Melanom-Daten für 24. Oktober vorgesehen

Die Euphorie rund um Moderna hat an den Finanzmärkten ein atemberaubendes Tempo erreicht. Getrieben von den Erwartungen an die Onkologie-Pipeline kletterte das Papier am Freitag auf einen Schlusskurs von 174,30 €. Seit Jahresanfang summiert sich der Kursgewinn damit auf beachtliche 556 Prozent.

Doch während viele Marktteilnehmer bereits die nächste Ära des Biotech-Konzerns feiern, mahnt der Blick auf die fundamentalen Zeitpläne zur Nüchternheit: Bis zur nachhaltigen Profitabilität bleibt es eine lange Durststrecke.

Geduldsprobe bis zum Jahr 2028

Das Management selbst dämpft überzogene Hoffnungen auf eine rasche finanzielle Wende. Am Mittwoch bekräftigte das Unternehmen auf dem Bernstein Healthcare Leaders and Disruptors Forum das Ziel, die Gewinnschwelle erst im Jahr 2028 zu erreichen. Unterm Strich bedeutet diese Vorgabe, dass Anleger noch mindestens zwei volle Geschäftsjahre mit roten Zahlen einkalkulieren müssen.

Zwar verwies die Unternehmensführung auf derselben Konferenz auf inzwischen fünf zugelassene Impfstoffprodukte. Dennoch reicht das bestehende Portfolio vorerst nicht aus, um die massiven Forschungs- und Entwicklungskosten aus eigener Kraft zu decken. Für mich klafft an dieser Stelle eine deutliche Lücke zwischen den kurzfristigen Kurssprüngen und der mittelfristigen Ertragskraft.

Pipeline-Fantasie als Kurstreiber

Der aktuelle Optimismus speist sich fast vollständig aus Fortschritten in der Krebsforschung. Im Zentrum steht dabei die Zusammenarbeit mit Merck rund um Intismeran. Wie Moderna mitteilte, laufen im Rahmen dieser Kooperation mittlerweile neun klinische Studien. Mehr als 3.000 Patienten in über 40 Ländern wurden Medienberichten zufolge bereits mit dem Wirkstoff behandelt.

Die wissenschaftliche Bestätigung soll im kommenden Monat folgen. Die Phase-3-Daten bei reseziertem Melanom im Stadium IIB–IV wurden für ein Presidential Symposium auf dem ESMO-Kongress ausgewählt. Die detaillierte Vorstellung der Ergebnisse ist für den 24. Oktober in Madrid angesetzt.

Dass solche Studienerfolge enorme Fantasie wecken, ist verständlich. Die Onkologie eröffnet ein gewaltiges Marktpotenzial, das Moderna aus der reinen Abhängigkeit von Infektionskrankheiten befreien könnte. Allerdings vergehen zwischen überzeugenden Phase-3-Daten, behördlichen Zulassungsverfahren und signifikanten Umsätzen erfahrungsgemäß Jahre.

Zurückhaltung in der Chefetage

Bemerkenswert ist vor diesem Hintergrund das Verhalten von Führungskräften, die den jüngsten Bewertungsanstieg für Verkäufe nutzten. Am 10. September veräußerte Chief Financial Officer Jamey Mock 34.836 Anteile zu einem Durchschnittspreis von 134,49 $. Zudem trennte sich President Stephen Hoge von 40.281 Papieren zu durchschnittlich 146,07 $, nachdem am 14. September bereits ein geplanter Verkauf von 40.294 Aktien stattgefunden hatte.

Parallel dazu sucht das Management nach neuen Partnerschaften im Ausland. Am Donnerstag traf Chairman Noubar Afeyan mit Saeed bin Mubarak Al Hajeri, Staatsminister der Vereinigten Arabischen Emirate und Vorsitzender des Emirates Drug Establishment, zusammen. Im Mittelpunkt der Gespräche standen Investitions- und Kooperationsmöglichkeiten in der fortgeschrittenen Pharmaindustrie.

Solche diplomatischen Vorstöße unterstreichen den Expansionsdrang, zeigen jedoch auch den anhaltenden Bedarf an Kapital und starken Verbündeten für die globalen Ambitionen.

Risiken überwiegen das Restpotenzial

Mit der jüngsten Rallye notiert die Aktie nur noch knapp unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 177,12 €. In diesem Kursniveau ist aus meiner Sicht bereits eine nahezu reibungslose Entwicklung der Onkologie-Pipeline bis zum avisierten Break-even 2028 eingepreist.

Sollte die Präsentation am 24. Oktober die hochgesteckten Markterwartungen verfehlen oder sich regulatorische Hürden auftun, droht der Kursfantasie ein spürbarer Dämpfer. Die Chancen neuer Krebstherapien sind real, das aktuelle Chance-Risiko-Verhältnis spricht nach dem steilen Anstieg jedoch für eine deutliche Abkühlung.

Anzeige

Stand heute, 27. September: Moderna – Kaufen, halten oder verkaufen?

Wer in Moderna investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 27. September gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

Moderna: Gratis-Analyse (PDF) öffnen …

Diskussion zu Moderna