Moderna Aktie: Melanom-Hoffnung ohne Beweis?
Die Kombination senkte in Phase 3 Rückfall- und Fernmetastasenrisiken; William Blair stufte Moderna nach der Rally herab.

- Rückfall- oder Todesrisiko um 42 Prozent geringer
- Fernmetastasenrisiko sank um 38 Prozent
- US-Zulassungsanträge werden vorbereitet
- William Blair senkte Moderna-Einstufung
Für die Kombination von Modernas intismeran autogene mit Mercks Pembrolizumab waren die Daten zum Gesamtüberleben bei der Zwischenanalyse noch nicht ausgereift. Das hält ein am 26. Oktober erschienener Bericht in der Fachzeitschrift Cancer Discovery fest. Er beschreibt den Einsatz der Kombination nach einer Operation bei Melanompatienten.
Rückfallrisiko und Gesamtüberleben
Die vor gut einer Woche vorgestellten detaillierten Ergebnisse der Phase-3-Studie INTerpath-001 zeigten ein um 42% geringeres Risiko für einen Rückfall oder Tod gegenüber Keytruda allein. Das Risiko für Fernmetastasen oder Tod sank um 38%.
Moderna und Merck veröffentlichten die Ergebnisse nach einem Datenleck früher als geplant. Die Präsentation auf dem ESMO-Kongress folgte am 24. Oktober. Erste Studienergebnisse hatten die Unternehmen bereits am 19. August bekannt gegeben.
Reuters zufolge bereiteten Moderna und Merck nach eigenen Angaben US-Zulassungsanträge vor. Diese Vorbereitung betrifft die Kombination aus dem personalisierten Krebsimpfstoff intismeran autogene und Keytruda.
Breitere Anwendung beschäftigt Anleger
Reuters beschrieb den scharfen Kursrückgang nach der Veröffentlichung als Gewinnmitnahmen nach einer monatelangen Rally. Anleger stellten dem Bericht zufolge infrage, ob die Behandlung auch bei anderen Krebsarten wirken könnte. Die positive Wirkung auf den primären Studienendpunkt traf damit auf Zweifel an den breiteren Anwendungsmöglichkeiten.
Am Dienstag stufte William Blair Moderna von Outperform auf Market Perform herab. Analyst Myles Minter verwies auf die Bewertung nach der Rally sowie auf Unsicherheit über den Einsatz der Therapie bei weiteren Krebsarten.
Am Freitag legte die Aktie um 0,2% zu. Diese Tagesbewegung folgte auf die von Reuters beschriebene scharfe Verkaufsreaktion nach Veröffentlichung der Studiendaten.
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