Moderna Aktie: Präsident Hoge verkauft 80.575 Aktien

Moderna-Präsident Stephen Hoge verkauft Aktien nach kräftiger Erholung. Studienerfolge und Impfstoffzulassung treffen auf hohe Kosten und Verluste.

Die Kernpunkte:
  • Hoge verkauft 80.575 Moderna-Aktien
  • Transaktionen über Handelsplan abgewickelt
  • Phase-3-Studie erreicht beide Endpunkte
  • Zweites Quartal mit Verlust

Moderna-Präsident Stephen Hoge hat zu Wochenbeginn Aktien seines Unternehmens zu Geld gemacht. Die Transaktionen erfolgten über einen vorab festgelegten Handelsplan, nachdem die Aktie des Biotechnologiekonzerns in den vergangenen Monaten eine deutliche Erholung verzeichnet hatte.

Gestern ging die Moderna-Aktie mit einem Schlusskurs von 126,88 Euro aus dem Handel. Seit Jahresanfang beläuft sich das Plus der Papiere auf 378 Prozent.

Vorab geplante Transaktionen im Rahmen eines Handelsplans

Nach den jüngsten Kursgewinnen übte Hoge am Montag und Dienstag Optionen über insgesamt 152.905 Anteilsscheine zu einem Ausübungspreis von je 12,21 US-Dollar aus. Im Anschluss veräußerte die Führungskraft 80.575 Aktien am Markt.

Am Montag trennte sich Hoge von 40.294 Papieren zu einem Durchschnittspreis von 144,13 US-Dollar. Am Dienstag folgten weitere 40.281 Anteile zu durchschnittlich 146,07 US-Dollar.

Die Verkäufe spülten zusammen rund 11,7 Millionen US-Dollar in die Kasse. Die Transaktionen wurden gemäß der US-Börsenrichtlinie Rule 10b5-1 abgewickelt, die Führungskräften den automatisierten Handel zu festgelegten Zeitpunkten erlaubt.

Ein entsprechender Plan war am 15. Juni 2026 aufgesetzt worden. Hoge behält weiterhin eine erhebliche Beteiligung: Er hält direkt mehr als 1,56 Millionen Moderna-Aktien sowie zusätzliche Anteile über Stiftungen und Gesellschaften.

Solche Insiderverkäufe nach vorgefertigten Plänen sind in der Biotech-Branche gängige Praxis, um Vergütungsbestandteile zu monetarisieren. Für Marktteilnehmer signalisieren sie in der Regel keine veränderte Einschätzung der operativen Lage durch das Management, fallen zeitlich jedoch mit einer Phase erhöhter Aufmerksamkeit für die Pipeline zusammen.

Operative Fortschritte stützen die Bewertung

Hinter dem Kursanstieg der vergangenen Monate stehen wesentliche Fortschritte in der klinischen Entwicklung. Für Zuversicht sorgte zuletzt der Erfolg der Phase-3-Studie INTerpath-001, deren Zielerreichung am vergangenen Dienstag gemeldet wurde und seither einen Kurszuwachs von 1,9 Prozent begleitete.

Die Untersuchung der Krebstherapie intismeran autogene in Kombination mit Mercks Keytruda erreichte bei Melanom-Patienten sowohl den primären Endpunkt des rezidivfreien Überlebens als auch den sekundären Endpunkt des fernmetastasenfreien Überlebens.

Zudem hatte die US-Gesundheitsbehörde FDA am 5. August den Grippeimpfstoff mFLUSIVA genehmigt. In Studien zeigte das mRNA-Vakzin bei Erwachsenen ab 50 Jahren eine im Vergleich zu traditionellen Grippeimpfstoffen um rund 26,6 Prozent höhere Wirksamkeit gegen laborbestätigte Infektionen. Weitere Zulassungsprüfungen laufen derzeit in Europa, Kanada und Australien.

Herausforderungen trotz Pipeline-Fantasie

Trotz der Erfolge in der Spätphase bleibt Modernas Finanzprofil durch hohe Forschungsaufwendungen und den Rückgang des pandemischen Geschäfts geprägt. Im zweiten Quartal wies das Unternehmen bei einem Umsatz von 145,0 Millionen US-Dollar einen Verlust von 1,97 US-Dollar je Aktie aus, lag damit aber über den Schätzungen des Marktes.

Aktuell trennen die Aktie noch 15 Prozent von ihrem 52-Wochen-Hoch. Für die weitere Entwicklung dürfte entscheidend sein, wie schnell das Unternehmen die Erfolge aus der Onkologie und den neuen Impfstoffen in verlässliche Erlösströme ummünzen kann.

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