Moderna Aktie: Short-Seller in der Klemme
Moderna-Aktie steigt nach erfolgreicher Phase-3-Studie zur mRNA-Krebstherapie um 135 Prozent. Leerverkäufer müssen Positionen eindecken, Merck profitiert ebenfalls.

- Kursplus von 135 Prozent
- Erfolgreiche Phase-3-Krebsstudie
- Short-Squeeze befeuert Kursanstieg
- Merck-Aktie erreicht Rekordhoch
Ein Medikamentenerfolg, der zugleich zur Kursrakete wird — und Leerverkäufer kalt erwischt. Moderna-Aktien schossen am Mittwoch um rund 135 Prozent auf etwa 148 US-Dollar nach oben, intraday ging es sogar bis über 163 Dollar. Der höchste Stand seit mehr als zwei Jahren, ausgelöst von einer Studie, die weit über ein einzelnes Präparat hinausweist.
Was die Studie zeigt
Die Phase-3-Studie INTerpath-001 testete die personalisierte mRNA-Therapie Intismeran Autogene in Kombination mit Mercks Immuntherapie Keytruda an rund 1.100 Patienten mit operativ entferntem Melanom im Stadium IIB bis IV.
Die Kombination verzögerte Rückfälle und senkte das Risiko einer Metastasierung deutlicher als Keytruda allein — bislang der Behandlungsstandard nach einer Operation. Neue Sicherheitssignale traten laut den Unternehmen nicht auf.
Damit ist es die erste erfolgreiche Spätstudie überhaupt für eine personalisierte, mRNA-basierte Krebstherapie. Die Ergebnisse stammen aus einer vorab geplanten Zwischenanalyse; die Studie läuft weiter, unter anderem um das Gesamtüberleben zu untersuchen. Die Daten sollen auf einer kommenden Fachkonferenz vorgestellt und anschließend mit Zulassungsbehörden besprochen werden.
Merck-Aktien zogen im Sog um rund 11 Prozent auf Rekordniveau an. Der Effekt strahlte auch auf Wettbewerber aus: BioNTech-Titel sprangen um mehr als ein Fünftel, Novavax legte rund 5 Prozent zu, selbst die kleine norwegische Nykode Therapeutics gewann deutlich.
Warum der Kurs so extrem reagiert
Ein Studienerfolg allein erklärt eine Verdoppelung selten. Moderna zählte zuletzt zu den am stärksten leerverkauften Large Caps am Markt — nach Jahren einer schrumpfenden Corona-Impfstoffsparte hatten viele Investoren auf fallende Kurse gesetzt.
Als die Aktie explodierte, mussten Leerverkäufer ihre Positionen eindecken und selbst kaufen, was den Anstieg zusätzlich befeuerte. Mechanik und Wucht erinnerten an die Short-Squeeze-Dynamik, die 2021 GameStop-Aktien in die Höhe trieb.
Analysten von JPMorgan hatten die Therapie bereits zuvor als wichtigstes Pipeline-Produkt Modernas bezeichnet — als möglichen Übergang vom Atemwegsimpfstoff-Geschäft in die Onkologie. Von seinem Rekordhoch aus dem Pandemiejahr 2021 bei knapp 500 Dollar bleibt die Aktie trotz des Sprungs aber weit entfernt.
Der eigentliche Praxistest steht noch aus. Ob sich der Ansatz auf weitere Tumorarten wie Lungenkrebs übertragen lässt, wird in acht weiteren laufenden Studien geprüft — erst danach entscheidet sich, ob aus dem Studienerfolg ein tragfähiges Geschäft mit breiter Marktzulassung wird.
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