MOL Aktie: OFAC-Frist für Serbien-Deal läuft am 6. Juni ab

Die geplante NIS-Übernahme durch MOL steht vor dem Aus, während ein Chemieunfall die operative Erholung erschwert. Der Aktienkurs fällt.

Die Kernpunkte:
  • NIS-Übernahme durch MOL gefährdet
  • OFAC-Genehmigung läuft am 6. Juni aus
  • Chemieunfall in Tiszaújváros verzögert Produktion
  • Aktienkurs zwölf Prozent unter Jahreshöchst

Die ungarische MOL-Gruppe steckt in einem doppelten Dilemma. Die geplante Übernahme von Mehrheitsanteilen am serbischen Ölkonzern NIS kommt nicht voran. Gleichzeitig läuft die Schadensbehebung nach einem Chemieunfall im eigenen Werk.

Für Anleger wird die Lage unübersichtlich. Der Aktienkurs der MOL liegt bei 3.896 HUF − rund zwölf Prozent unter dem Jahreshöchststand. Der RSI von 70 signalisiert zudem eine technische Überkauftheit. Die Volatilität der vergangenen 30 Tage lag bei über 30 Prozent. Kein Wunder, dass die Unsicherheit steigt.

Verhandlungen mit Hindernissen

MOL will den russischen Anteil an NIS kaufen. Doch die Gespräche gestalten sich schwierig. Einem Bericht vom 1. Juni zufolge gilt eine Einigung derzeit als unwahrscheinlich.

Mehrere Faktoren blockieren den Deal. Die OFAC-Genehmigung des US-Finanzministeriums läuft am 6. Juni aus. MOL muss die Fristen also entweder verlängern oder einen schnellen Abschluss erzwingen. Hinzu kommt die politische Unsicherheit in Ungarn. Zudem hat MOL bislang keine Garantien für die künftige Betriebsführung der Raffinerie Pančevo abgegeben.

Ein möglicher Ausweg: die staatliche Investmentgesellschaft ADNOC aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Sie könnte als Minderheitsaktionär einsteigen und die komplizierten Eigentümerstrukturen entzerren.

Operative Baustelle

Parallel zu den Übernahmeplänen kämpft MOL mit den Folgen eines Unfalls. Am 22. Mai war es in der Olefin-1-Anlage im ungarischen Tiszaújváros zu einem Vorfall gekommen.

Die Wiederaufbauarbeiten haben begonnen. Die Behörden erteilten dafür die notwendigen Genehmigungen. Aktuell arbeiten die Teams daran, unmittelbare Gefahren zu beseitigen und restliche Kohlenwasserstoffe zu entfernen.

Die Wiederinbetriebnahme wird nach Einschätzung des Unternehmens mehrere Monate dauern. Die Treibstoffversorgung in Ungarn sei dadurch aber nicht gefährdet. Die verletzten Mitarbeiter sind auf dem Weg der Besserung, bleiben jedoch im Krankenhaus.

Die nächsten Tage werden zeigen, ob MOL die OFAC-Frist verlängern kann oder der NIS-Deal vorerst scheitert. Beides würde die strategische Position des Unternehmens in der Region nachhaltig beeinflussen.

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