Monte dei Paschi: Intesa reicht Angebotsdokument ein
Intesa Sanpaolo reicht offizielles Angebot für die Übernahme der Banca Monte dei Paschi di Siena ein. Die Traditionsbank wird mit rund 30,6 Milliarden Euro bewertet.

- Offizielles Übernahmeangebot eingereicht
- Bewertung von MPS bei 30,6 Milliarden Euro
- Fitch bestätigt Rating mit positivem Ausblick
- Konsolidierung im italienischen Bankensektor
Siena steht vor einer Entscheidung. Italiens älteste Bank, Banca Monte dei Paschi di Siena (MPS), ist der zentrale Baustein in der Neuordnung des italienischen Finanzsektors. Und die Übernahme durch Intesa Sanpaolo rückt näher.
Intesa Sanpaolo hat das offizielle Angebotsdokument bei der italienischen Börsenaufsicht Consob eingereicht. Ein wichtiger Meilenstein, seit die Pläne am 8. Juni bekannt wurden.
30,6 Milliarden für den Pionier
Das Angebot bewertet MPS mit rund 30,6 Milliarden Euro. Pro Aktie bietet Intesa 1,6 eigene Aktien plus einen Euro in bar. Das entspricht etwa 10,091 Euro je MPS-Anteilsschein – ein Aufschlag auf den damaligen Kurs.
Der offizielle Start der Angebotsfrist hängt nun von der Consob-Prüfung und weiteren regulatorischen Genehmigungen ab. Parallel dazu bewertet Fitch Ratings die Lage. Die Agentur bestätigte am 26. Juni das „BBB-„-Rating für MPS, setzte den Ausblick aber auf „Rating Watch Positive“. Der Grund: der mögliche Zusammenschluss mit Intesa.
Die Bonität der Bank verbessert sich ohnehin. Der Anteil notleidender Kredite lag Ende März bei rund drei Prozent.
Konsolidierung beschleunigt sich
Der italienische Bankenmarkt bleibt in Bewegung. Auch Crédit Agricole justiert seine Position und plant offenbar, Anteile an anderen Instituten aufzustocken. Die Folge: Die fünf größten Banken kontrollieren inzwischen rund 68 Prozent aller Branchen-Assets.
Für kleinere Institute wie MPS wird die Luft damit dünner. Der Zusammenschluss mit Intesa ist der logische nächste Schritt.
Die MPS-Aktie schloss am Freitag bei 10,76 Euro – ein Minus von 2,16 Prozent an dem Tag. Seit Jahresbeginn steht trotzdem ein Plus von 15,34 Prozent. Der Kurs liegt rund 6,7 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 11,53 Euro, aber 58 Prozent über dem Tief von 6,81 Euro.
Anleger warten nun auf das grüne Licht der Consob. Und auf die außerordentlichen Hauptversammlungen, die in den kommenden Monaten über die Zukunft der Traditionsbank entscheiden werden.
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