Monte dei Paschi: Prognose auf 3,6 Milliarden Euro erhöht
Die italienische Bank MPS erhöht nach starkem Halbjahr ihre Gewinnprognose auf 3,6 Milliarden Euro und treibt die Mediobanca-Integration voran.

- Prognose für Vorsteuergewinn angehoben
- Nettogewinn steigt um 25 Prozent
- CET1-Quote verbessert sich auf 16,3 Prozent
- Kursziel von Analysten auf 11,38 Euro erhöht
Die Banca Monte dei Paschi di Siena (MPS) blickt nach einem erfolgreichen ersten Halbjahr optimistischer auf das Geschäftsjahr 2026. Wie das Institut im Rahmen seiner jüngsten Ergebnismeldung mitteilte, wurde die Prognose für den Vorsteuergewinn auf 3,6 Milliarden Euro heraufgesetzt.
Zuvor war das Management von einem Zielwert von mehr als 3,5 Milliarden Euro ausgegangen. Hintergrund für diese Anhebung ist ein deutliches Gewinnwachstum in den ersten sechs Monaten des Jahres.
Rekordgewinn und verbesserte Kapitalquote
Der dem Mutterkonzern zuzurechnende Nettogewinn stieg im ersten Halbjahr um 25 Prozent auf 1,12 Milliarden Euro und übertraf damit die Erwartungen des Marktes. Der Gesamtumsatz kletterte in diesem Zeitraum um 4,1 Prozent auf 4,02 Milliarden Euro.
Besonders stabil entwickelte sich der Zinsüberschuss, der bei 2,10 Milliarden Euro lag. Parallel dazu konnte die Bank ihre Kapitalbasis weiter stärken: Die harte Kernkapitalquote (CET1-Quote) verbesserte sich von 15,9 Prozent im März auf nun 16,3 Prozent.
Als weiteren strategischen Trumpf bezeichnete das Management die Beteiligung von 13,3 Prozent am Versicherer Assicurazioni Generali. Diese Position biete im aktuellen Umfeld der Sektorkonsolidierung wertvolle Handlungsoptionen für die Bank.
Strategische Weichenstellungen im Übernahmepoker
Während die operativen Geschäfte florieren, bewegt sich die Bank in einem komplexen strategischen Umfeld. CEO Luigi Lovaglio bekräftigte am vergangenen Freitag, dass das Institut verschiedene Optionen prüfe, um seine Integrität zu bewahren. Anlass ist ein unaufgefordertes Übernahmeangebot der Intesa Sanpaolo im Wert von rund 30,6 Milliarden Euro.
Lovaglio bezeichnete die Offerte, die bereits vor rund zwei Wochen abgelehnt wurde, als unzureichend. Er betonte, dass der aktuelle Preis weder die erwarteten Synergien noch den tatsächlichen Wert des Franchise-Unternehmens angemessen berücksichtige.
Gleichzeitig treibt MPS die eigene Konsolidierung voran. Die Integration der Mediobanca, deren Fusionsprojekt bereits im März genehmigt wurde, soll bis zum vierten Quartal 2026 vollständig wirksam werden. Das Vorhaben sieht ein Umtauschverhältnis von 2,450 MPS-Aktien für jede Aktie der Mediobanca vor.
In diesem Zusammenhang plant MPS eine Kapitalerhöhung von rund 1,6 Milliarden Euro durch die Ausgabe von bis zu 272 Millionen neuen Aktien. Italiens Wirtschaftsminister Giancarlo Giorgetti erklärte dazu, dass die Regierung ihren verbleibenden Anteil von 4,9 Prozent an der Bank während des laufenden Übernahmepokers passiv verwalten werde.
Analysten heben Kursziele an
Die positive Ergebnisentwicklung schlägt sich auch in den Einschätzungen der Experten nieder. Medienberichten vom Mittwoch zufolge wurde das Kursziel für die Aktie von 10,96 Euro auf 11,38 Euro angepasst. Analysten verwiesen dabei auf das aktualisierte Umsatzwachstum und die verbesserten Annahmen zur Gewinnmarge nach dem starken Halbjahresbericht.
An der Börse spiegelte sich die Zuversicht zuletzt in einer stabilen Kursentwicklung wider. Das Papier schloss am gestrigen Donnerstag bei 11,99 Euro und notiert damit nur noch rund 1,0 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 12,12 Euro. Seit Jahresbeginn konnte die Aktie der Banca Monte dei Paschi di Siena bereits um 31 Prozent zulegen.
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