MP Materials Aktie: 10 Prozent Wochenverlust nach Exportverbot
Chinas Exportkontrollen treffen MP Materials. Die Aktie fällt deutlich, während Analysten trotzdem optimistisch bleiben.

- Peking setzt MP Materials auf Sanktionsliste
- Aktienkurs bricht um über drei Prozent ein
- Bank of America bestätigt Kaufempfehlung
- CEO verkauft Aktien im Wert von 97 Millionen Dollar
Peking zieht die Schraube an. MP Materials, der einzige integrierte Seltene-Erden-Produzent Nordamerikas, landete Ende Juni auf der chinesischen Exportkontrollliste. Die Botschaft ist klar: Wer die Lieferketten der USA stärkt, wird zum Ziel.
Die Reaktion der Börse ließ nicht lange auf sich warten. Die Aktie schloss am Freitag bei 47,20 Euro – ein Minus von 3,48 Prozent an einem Tag. Auf die Woche gerechnet summiert sich der Verlust auf 10,10 Prozent. Der Kurs liegt damit 44,5 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 85 Euro, das im Oktober 2025 erreicht wurde.
Pekings Vergeltung für westliche Pläne
Der Schritt Chinas kommt nicht aus dem Nichts. Die G7-Staaten hatten kürzlich ein Ziel ausgegeben: Bis 2030 soll die Abhängigkeit von Seltenen Erden aus Nicht-Partnerländern auf unter 60 Prozent sinken. Für Peking ist das eine Kampfansage. Die eigenen Rohstoffe sind das wirksamste Druckmittel.
Doch MP Materials ist nicht auf sich allein gestellt. Das US-Verteidigungsministerium hat dem Unternehmen Berichten zufolge 400 Millionen Dollar zugesagt. Der Westen will die eigene Produktion hochziehen – und MP Materials ist das Zugpferd.
Bank of America bleibt zuversichtlich
Trotz der politischen Spannungen hält die institutionelle Unterstützung. Die Bank of America bestätigte am 26. Juni ihr „Buy“-Rating und ein Kursziel von 85 Dollar. Der Grund: das starke Umsatzwachstum.
Im ersten Quartal 2026 steigerte MP Materials die Erlöse um 49 Prozent auf 90,6 Millionen Dollar. Pro Aktie bleibt dennoch ein Verlust von 0,04 Dollar hängen. Der Markt schaut vor allem auf den geplanten Ausbau der Magnetproduktion – die entscheidende Stufe der Wertschöpfungskette.
Insiderverkauf gibt zu denken
Ein Detail sorgte zusätzlich für Gesprächsstoff. CEO James Litinsky verkaufte etwa 1,48 Millionen Aktien im Wert von rund 97 Millionen Dollar. Ob das ein Signal ist oder schlicht Portfolio-Umschichtung – lässt sich von außen schwer sagen. Die Käufer-Verkäufer-Bilanz der Großinvestoren fällt gemischt aus: 405 Institutionen stockten auf, 387 bauten ab.
Der Markt für Seltene Erden durchläuft derzeit eine saisonale Schwächephase. Die Preise für Praseodym und Neodym gaben Ende Juni um 0,5 bis 1,0 Prozent nach. Analysten erwarten kurzfristig keine Erholung – zumindest nicht, bis die Magnetproduktion hochgefahren ist oder sich der Exportlizenzierungsprozess beschleunigt.
Für MP Materials wird es in den kommenden Wochen darauf ankommen, die chinesischen Restriktionen zu managen, ohne den eigenen Produktionshochlauf zu gefährden. Das Rennen um die westliche Rohstoffunabhängigkeit hat gerade erst begonnen.
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