MP Materials Aktie: 108,5 Millionen Umsatz, 89% Plus
MP Materials überzeugt mit 89% Umsatzplus und Großauftrag aus der Verteidigungsbranche. Der Aktienkurs steigt deutlich, trotz leichtem Fehlbetrag beim bereinigten Ergebnis je Aktie.

- Umsatzsprung um 89 Prozent
- Neuer Großvertrag im Rüstungssektor
- NdPr-Absatz mehr als verdoppelt
- Aktie legt um 7 Prozent zu
Der US-amerikanische Spezialist für Seltene Erden, MP Materials, hat am Donnerstag seine Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 vorgelegt und dabei ein signifikantes Wachstum im operativen Geschäft verzeichnet. Trotz eines bereinigten Verlusts je Aktie, der die Erwartungen leicht verfehlte, sorgten ein massiver Umsatzsprung und der Abschluss eines neuen Großvertrags im Rüstungssektor für positive Impulse. Am Freitag legte die Aktie im Handel deutlich zu und schloss bei 44,20 Euro, was einem Tagesplus von 7,02 % entspricht.
Starke Produktionszahlen und Umsatzsprung
Im zweiten Quartal erzielte MP Materials einen konsolidierten Umsatz von 108,5 Millionen US-Dollar, was einer Steigerung von 89 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Damit übertraf das Unternehmen die durchschnittlichen Erwartungen des Marktes um mehr als 13 %. Besonders die Produktion und der Absatz von Neodym-Praseodym (NdPr) trieben das Wachstum voran. Die NdPr-Produktion stieg um 41 % auf 840 Tonnen, während der Absatz dieses kritischen Rohstoffs mit 1.006 Tonnen sogar um 127 % über dem Niveau des Vorjahresquartals lag.
Das bereinigte EBITDA verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr um 41,0 Millionen US-Dollar auf nun 28,5 Millionen US-Dollar. Besonders im Segment Materials drehte das bereinigte Ergebnis von einem Verlust von 12,7 Millionen US-Dollar im Vorjahreszeitraum in einen Gewinn von 32,5 Millionen US-Dollar. Das Segment Magnetics steuerte bei einem Umsatz von 16,5 Millionen US-Dollar ein bereinigtes EBITDA von 7,5 Millionen US-Dollar bei. Beim Ergebnis je Aktie meldete das Unternehmen einen bereinigten Verlust von 0,01 US-Dollar, womit es die Prognosen der Analysten, die mit einem Gewinn von 0,01 US-Dollar gerechnet hatten, knapp verpasste.
Expansion in Verteidigung und Luftfahrt
Parallel zu den Finanzdaten gab MP Materials den Abschluss eines bedeutenden langfristigen Abnahmevertrags mit einem neuen US-Kunden aus der Luft- und Raumfahrt sowie der Verteidigungsindustrie bekannt. Die Vereinbarung sieht die Lieferung von separiertem Gadolinium vor, was das Geschäft mit schweren Seltenen Erden (HREE) erweitert. Laut Unternehmensangaben handelt es sich um einen Vertrag mit einem Volumen im neunstelligen Bereich zu attraktiven wirtschaftlichen Konditionen.
Zusätzlich startete das Unternehmen das „Project Swarm“, das darauf abzielt, die Nachfrage der Drohnenindustrie zu bündeln und Spezifikationen für Magnete zu standardisieren. Hierfür wurden bereits Abonnementvereinbarungen mit mehreren Kunden aus den USA und verbündeten Staaten unterzeichnet. CEO James Litinsky betonte zudem die Fortschritte bei den Trennungskapazitäten für schwere Seltene Erden und die geplante Wiederaufnahme der Chlor-Alkali-Anlagen am Standort.
Operative Meilensteine und rechtlicher Kontext
Ein zentraler Fokus liegt weiterhin auf der Qualifizierung von Magneten für die Automobilindustrie. Erste Produkte wurden zur In-Car-Qualifizierung und für regulatorische Tests an General Motors geliefert. Kommerzielle Lieferungen befinden sich laut MP Materials weiterhin im Zeitplan für das vierte Quartal 2026. Gleichzeitig beschleunigt das Unternehmen den Bau der 10X-Anlage und hat mit der Inbetriebnahme des Dysprosium-Terbium-Kreislaufs begonnen, um das Produktportfolio weiter zu diversifizieren.
Flankiert werden diese operativen Fortschritte von einer rechtlichen Auseinandersetzung. MP Materials führt eine Klage gegen USA Rare Earth sowie einen ehemaligen Mitarbeiter an einem texanischen Wirtschaftsgericht. Der Vorwurf lautet auf unrechtmäßige Erlangung vertraulicher Technologie zur Magnetherstellung, insbesondere im Bereich der Korngrenzendiffusion zur Verbesserung der Hitzebeständigkeit. USA Rare Earth hat die Vorwürfe in gerichtlichen Eingaben vollumfänglich zurückgewiesen.
Trotz der jüngsten Kursgewinne notiert das Papier mit einem Abschlag von 51,54 % noch immer deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch. Für zusätzliche Aufmerksamkeit im Sektor sorgte gestern ein Treffen von US-Regierungsvertretern mit Führungskräften aus der Bergbauindustrie, bei dem die Stärkung der heimischen Lieferketten für kritische Mineralien im Fokus stand. Am kommenden Mittwoch wird CFO Ryan Corbett weitere Einblicke in die Wachstumsstrategie auf einer Investorenkonferenz in den USA geben.
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