MP Materials Aktie: Erste Magnete an GM geliefert

MP Materials steigert den Quartalsumsatz um 89 Prozent und erweitert die Magnetfertigung, während Chinas Exporte in die USA sinken.

Die Kernpunkte:
  • Chinesische Lieferungen in die USA sinken
  • Magnetfertigung in Texas wird erweitert
  • Quartalsumsatz steigt um 89 Prozent
  • Aktie gewinnt im Handel 3,7 Prozent

Angesichts wachsender geopolitischer Spannungen rückt die Unabhängigkeit der US-Lieferkette für Seltene Erden stärker in den Fokus der Anleger. Während chinesische Lieferanten ihre Exporte in die USA zunehmend drosseln, treibt MP Materials den Ausbau seiner vertikal integrierten Produktion voran.

Das Unternehmen profitiert dabei von seinem Status als einziger bedeutender Produzent Seltener Erden im westlichen Raum und festigt seine Rolle durch strategische Partnerschaften mit der Industrie und dem Verteidigungssektor.

Chinas Exportbeschränkungen verschärfen die Marktlage

Die angespannte Lage auf dem Weltmarkt für kritische Rohstoffe hat sich zuletzt weiter verschärft. Berichten zufolge haben chinesische Lieferanten seit Anfang August Teile ihrer Lieferungen in die USA gestoppt.

Die Auswirkungen zeigen sich bereits in den Handelsdaten: Laut Reuters wurden im Juli lediglich 29 Tonnen Yttriumoxid in die USA exportiert. Bei anderen Elementen wie Terbium oder Gallium sind die Ausfuhren teilweise noch deutlicher eingebrochen oder kamen phasenweise vollständig zum Erliegen.

Diese Entwicklung unterstreicht die Dringlichkeit der US-Bestrebungen, eine eigene Versorgungssicherheit aufzubauen. MP Materials besetzt hierbei eine Schlüsselposition.

Das Unternehmen betreibt nicht nur die Mountain Pass Mine in Kalifornien, sondern weitet seine Aktivitäten massiv auf die Weiterverarbeitung aus. Ziel ist es, den gesamten Weg vom Abbau bis zum fertigen Magneten im eigenen Land abzubilden, um die Abhängigkeit von asiatischen Importen zu beenden.

Fortschritte bei der Magnetproduktion in Texas

Im Zentrum der Wachstumsstrategie steht der Northlake Texas Campus, wo seit Ende 2025 die Produktion von NdFeB-Magneten läuft. Parallel dazu treibt das Unternehmen den Ausbau seiner sogenannten „10X“-Anlage voran.

Diese Bemühungen werden durch langfristige Abnahmeverträge gestützt. Neben der bereits vor gut drei Wochen erfolgten ersten Magnetlieferung an General Motors besteht eine Vereinbarung über die Lieferung von Gadolinium an einen US-Rüstungskunden.

Zudem engagiert sich das Unternehmen mit dem „Project Swarm“ in der Drohnenindustrie. Die Integration von Recycling-Aktivitäten soll die Rohstoffbasis weiter diversifizieren. Der Markt reagiert positiv auf diese operativen Fortschritte: Im heutigen Handel legte der Kurs um 3,7 Prozent auf 47,95 Euro zu. Damit notiert das Papier deutlich über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 44,67 Euro, was den aktuellen Aufwärtstrend unterstreicht.

Analysten bestätigen positive Aussichten

Trotz der kurzfristigen Herausforderungen durch das Hochzinsumfeld bleibt die Einschätzung der Marktbeobachter überwiegend optimistisch. Ein Konsens von 16 Analysten stuft die Aktie derzeit als „Moderate Buy“ ein. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 78,21 US-Dollar, was ein erhebliches Aufwärtspotenzial gegenüber dem aktuellen Niveau impliziert. Zum Vergleich: Das 52-Wochen-Hoch der Aktie wurde im Oktober vergangenen Jahres bei 91,20 Euro markiert.

Die jüngsten Geschäftszahlen untermauern den Wachstumskurs. Im zweiten Quartal steigerte MP Materials den Umsatz im Jahresvergleich um 89 Prozent auf 108,49 Millionen US-Dollar. Zwar wurde beim Ergebnis je Aktie noch ein knapper Verlust von 0,01 US-Dollar ausgewiesen, dieser lag jedoch im Rahmen der Erwartungen.

Ein Signal des Vertrauens kam zudem aus der Führungsebene: Michael Rosenthal, COO des Unternehmens, erwarb am 9. Juni insgesamt 10.000 Aktien zu einem Preis von 54,30 US-Dollar. Mit einem Anteil von rund 52,55 Prozent befinden sich zudem mehr als die Hälfte der Anteile in den Händen institutioneller Investoren.

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