MP Materials Aktie: Project Swarm startet Drohnen-Offensive

MP Materials steigerte Produktion und Absatz im zweiten Quartal, während Großinvestoren Beteiligungen ausbauten und die US-Förderung zunahm.

Die Kernpunkte:
  • Aktie fällt um 4,0 Prozent
  • NdPr-Absatz steigt auf 1.006 Tonnen
  • Großinvestoren erhöhen ihre Beteiligungen
  • US-Ministerium stellt 500 Millionen Dollar bereit

Der Sektor für Seltene Erden durchlebt derzeit eine Phase der Verunsicherung, die sich gestern in einem Kursrückgang von 4,0 Prozent auf 48,65 Euro niederschlug. Diese Abwärtsbewegung folgte einem allgemeinen Trend bei Industriemetallen, bei dem zahlreiche Branchenvertreter Verluste hinnehmen mussten.

Dennoch setzen namhafte Analysten und institutionelle Großanleger weiterhin auf das langfristige Potenzial des US-Produzenten. So hob Morgan Stanley am 21. August das Kursziel für die Papiere von 71,50 auf 73 Dollar an und bestätigte die Einstufung „Overweight“.

Operative Fortschritte und neue Absatzmärkte

Das Unternehmen konnte im zweiten Quartal 2026 erhebliche operative Zuwächse verzeichnen. Die Produktion von Neodym-Praseodym (NdPr) stieg im Vergleich zum Vorjahr um 41 Prozent auf 840 metrische Tonnen, während der Absatz sogar um 127 Prozent auf 1.006 Tonnen kletterte. Dies resultierte in einem konsolidierten Umsatz von 126,1 Millionen Dollar. Für das laufende dritte Quartal gab das Management eine Prognose aus, die eine NdPr-Produktion von über 1.000 Tonnen in Aussicht stellt.

Zusätzlich zum Kerngeschäft treibt MP Materials die Diversifizierung voran. Mit dem „Project Swarm“ adressiert der Konzern gezielt die Drohnenindustrie, um die Nachfrage zu bündeln und technische Spezifikationen zu standardisieren.

Medienberichten zufolge wurden bereits Zeichnungsvereinbarungen mit mehreren Kunden aus den USA und alliierten Staaten unterzeichnet. Parallel dazu bereitet das Unternehmen für das vierte Quartal den Start kommerzieller Magnetlieferungen vor, nachdem erste Einheiten vor gut drei Wochen zu Qualifizierungszwecken an General Motors geliefert wurden.

Großinvestoren stocken Beteiligungen massiv auf

Das Vertrauen in die strategische Ausrichtung spiegelt sich in den jüngsten Beteiligungsmeldungen wider. Im zweiten Quartal erhöhte das California State Teachers Retirement System seine Position massiv um über 9 Millionen Aktien, was einer Aufstockung von mehr als 5.000 Prozent entspricht. Auch die Investmentgesellschaft D.E. Shaw & Co. baute ihre Beteiligung um über 5 Millionen Anteile deutlich aus, während JPMorgan Chase rund 3 Millionen zusätzliche Papiere erwarb.

Diese Kapitalzuflüsse erfolgen in einem Marktumfeld, das trotz kurzfristiger Preisschwankungen durch strategische Großaufträge gestützt wird. MP Materials sicherte sich Anfang August einen bedeutenden Liefervertrag über Gadoliniumoxid mit einem US-Luftfahrt- und Verteidigungskonzern. Das Abkommen wird als ein neunstelliges Multi-Year-Geschäft beschrieben und unterstreicht die wachsende Bedeutung heimischer Lieferketten für kritische Rohstoffe.

Differenzierte Analystenbewertungen im Sektorvergleich

Trotz der Kursziele oberhalb des aktuellen Niveaus zeigen sich Analysten in ihrer kurzfristigen Bewertung differenziert. Während Morgan Stanley die Prognose anhob, senkte die Deutsche Bank am 10. August ihr Kursziel leicht von 61 auf 58 Dollar, hielt jedoch an ihrer Kaufempfehlung fest. JPMorgan hatte bereits am 29. Juli das Ziel von 75 auf 60 Dollar angepasst, blieb aber bei der Einstufung „Overweight“.

Der deutliche Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 91,20 Euro, das im Oktober des Vorjahres markiert wurde, verdeutlicht den bisherigen Korrekturbedarf im Sektor.

Die fundamentale Unterstützung durch die US-Politik bleibt jedoch bestehen: Am 21. August gab das US-Energieministerium die Bereitstellung von 500 Millionen Dollar für Projekte zur Erweiterung der heimischen Verarbeitung kritischer Mineralien bekannt.

Diese Initiative soll die Abhängigkeit von globalen Lieferketten verringern und das Marktumfeld für Produzenten wie MP Materials langfristig stabilisieren.

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