MP Materials Aktie: Shenghe weist Übernahmebericht zurück

Berichte über Pekings möglichen Zugriff auf Shenghe setzen MP Materials unter Spannung, während Washingtons Beteiligung die Lieferkette absichern soll.

Die Kernpunkte:
  • MP-Aktie steigt um 6,9 Prozent
  • Shenghe weist Verkaufspläne zurück
  • China prüft Kontrolle über Anteilseigner
  • Pentagon hält rund 15 Prozent

Berichte über ein mögliches Eingreifen des chinesischen Staates bei einem wichtigen Anteilseigner sorgen für Bewegung bei MP Materials. Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf eingeweihte Kreise meldete, führt der staatliche Konzern China Rare Earth Group Gespräche über die Übernahme einer kontrollierenden Mehrheit an Shenghe Resources. Das chinesische Verarbeitungsunternehmen hält rund drei Prozent der Anteile an MP Materials, dem Betreiber der Mountain-Pass-Mine in Kalifornien.

Shenghe wies die Darstellungen am Sonntag in einer Mitteilung an der Börse in Shanghai jedoch als unzutreffend zurück; der Kontrollaktionär plane keine Anteilsabtretung. Im heutigen Handel kletterte die Aktie von MP Materials um 6,9 Prozent auf 44,05 Euro.

Indirekter Zugriff auf westliche Lieferketten

Die Spekulationen treffen einen empfindlichen Nerv der internationalen Rohstoffpolitik. Sollte die staatliche China Rare Earth Group, die 2021 aus dem Zusammenschluss mehrerer Staatskonzerne hervorging, Shenghe übernehmen, fielen dessen Auslandsbeteiligungen unter direkte Kontrolle Pekings. Neben dem Minderheitsanteil an MP Materials betrifft dies auch internationale Engagements wie die Beteiligung an Peak Rare Earths.

Shenghe fungierte in der Vergangenheit wiederholt als Abnehmer von Seltene-Erden-Konzentraten aus Mountain Pass. MP Materials hat allerdings mehrfach bekräftigt, dass weder Shenghe noch die chinesische Regierung operativen Einfluss auf das Minengeschäft oder die Verarbeitung in den USA ausüben.

Mit einer Marktkapitalisierung von 7,33 Milliarden Euro gilt MP Materials als einziger großskaliger Förderer und Verarbeiter von Seltenen Erden in der westlichen Hemisphäre. Peking beherrscht nach Schätzungen weiterhin den überwiegenden Teil der weltweiten Trennung und Raffinierung dieser kritischen Metalle, was die Unabhängigkeitsbestrebungen der westlichen Industrie erschwert.

Das Pentagon als Gegengewicht

Dem chinesischen Einfluss steht eine massive Beteiligung Washingtons gegenüber. Größter Einzelaktionär von MP Materials ist das US-Verteidigungsministerium, das sich im Vorjahr im Rahmen einer Investition von 400 Millionen US-Dollar über Vorzugsaktien und Optionsscheine eine effektive Beteiligung von rund 15 Prozent gesichert hat.

Ziel dieser staatlichen US-Förderung ist der Aufbau einer geschlossenen heimischen Lieferkette von der Förderung über die Trennung schwerer Seltenerden bis hin zur Herstellung fertiger Permanentmagnete.

Die juristische Grundlage für das Engagement des Verteidigungsministeriums sorgt in Washington zugleich für politische Debatten. Gesetzgeber fordern klarere Rahmenbedingungen für derartige Kapitalbeteiligungen über den Defense Production Act.

Vorgeschmack auf diplomatische Verhandlungen

Die Unruhe um die Eigentümerstrukturen fällt in eine Phase erhöhter geopolitischer Wachsamkeit. Am Donnerstag steht ein Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping im Weißen Haus an.

Zu den zentralen Themen der Gespräche zählt der Zugang zu kritischen Mineralien sowie das Auslaufen von Zoll- und Exportregelungen im November. Die Marktakteure beobachten aufmerksam, ob Peking seine dominante Marktstellung im Seltenerdsektor im Vorfeld des Gipfels als diplomatisches Druckmittel einsetzt.

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