MSCI World ETF: Gedämpfte Stimmen!

Der als breit diversifiziert geltende ETF zeigt eine starke Abhängigkeit von wenigen US-Technologieaktien. Experten diskutieren die Risiken und bewerten alternative Anlageinstrumente.

Die Kernpunkte:
  • Hohe Gewichtung von Nvidia, Apple und Microsoft
  • Strukturelle Abhängigkeit vom US-Wachstumssektor
  • Vergleich mit günstigeren und breiteren ETFs
  • Entscheidende Neugewichtung des Index steht an

Der iShares MSCI World ETF gilt für viele Anleger als das Standardinstrument für globale Diversifikation. Doch Anfang 2026 zeigt der Blick unter die Haube ein anderes Bild: Eine massive Konzentration auf wenige US-Tech-Giganten bestimmt die Richtung. Ist der ETF in diesem makroökonomischen Umfeld noch ein breit gestreutes Welt-Portfolio oder längst eine verkappte Wette auf den US-Technologiesektor?

Trügerische Diversifikation?

Zwar umfasst der ETF rund 1.320 Aktien aus diversen Industrieländern, doch das Gewicht der Top-Positionen erzählt eine andere Geschichte. Die Performance hängt disproportional stark an einer Handvoll US-Unternehmen. Allein der Chiphersteller Nvidia dominiert das Portfolio mit einer Gewichtung von 5,26 Prozent, gefolgt von Apple (4,55 Prozent) und Microsoft (3,97 Prozent).

Zusammen mit Amazon, Alphabet und Meta Platforms wird deutlich, wie sehr der “Welt-ETF” faktisch vom US-Wachstumssektor getrieben wird. Für Anleger bedeutet dies ein nicht zu unterschätzendes Klumpenrisiko: Schwächeln diese Tech-Riesen, zieht es den gesamten breiten Markt nach unten. Die physische Replikation des Index stellt zwar sicher, dass die Papiere tatsächlich gehalten werden, ändert aber nichts an der strukturellen Abhängigkeit von der Wall Street.

Bewertung und Konkurrenz

Die starke Performance der Tech-Werte hat ihren Preis. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 25,19 ist der ETF Mitte Januar 2026 sportlich bewertet. Zwar können sich Anleger über ein Kursplus von 2,02 Prozent seit Jahresbeginn freuen, doch diese Bewertungshöhe impliziert enorme Erwartungen an das künftige Gewinnwachstum der enthaltenen Unternehmen.

Im direkten Vergleich zeigt sich die Konkurrenz teilweise günstiger oder breiter aufgestellt. Der Vanguard Total World Stock ETF (VT) punktet mit einer deutlich niedrigeren Kostenquote von 0,06 Prozent und schließt auch Schwellenländer mit ein, was das Länderrisiko besser verteilt. Wer das Klumpenrisiko ganz vermeiden will, findet im SPDR Global Dow ETF (DGT) eine Alternative, die auf eine Gleichgewichtung der Titel setzt, dafür aber teurer in der Verwaltung ist.

Fokus auf Neugewichtung

Die entscheidende Weichenstellung erfolgt bei der kommenden vierteljährlichen Neugewichtung des MSCI World Index. Dieses Event wird zeigen, ob die Sektorgewichtungen angepasst werden oder die Tech-Lastigkeit weiter zunimmt. Angesichts der aktuellen Bewertung nahe des 52-Wochen-Hochs von knapp 190 US-Dollar müssen die Unternehmensgewinne nun die hohen Kurse rechtfertigen, während Zentralbankpolitik und Inflationsdaten weiterhin als externe Taktgeber fungieren.

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