MSD Aktie: Quartalszahlen in zwei Tagen

Keytruda zeigte Vorteile bei Endometriumkarzinom; MSD veröffentlicht am 29. Oktober Quartalszahlen, während Analysten auf Gewinngegenwind blicken.

Die Kernpunkte:
  • Fortschreitungsrisiko sank um 43 Prozent
  • Medianes progressionsfreies Überleben: 38,2 Monate
  • Schwere Nebenwirkungen seltener als unter Chemotherapie
  • Quartalsbericht erscheint am 29. Oktober

Vor den Zahlen zum dritten Quartal ist die Stimmung bei MSD (in den USA als Merck & Co. firmierend) gedämpft. Der Onkologie-Auftritt auf dem europäischen Krebskongress ESMO lieferte Daten, aber nicht den erhofften Schub. Am Montag schloss die Aktie bei 140,61 Dollar und verlor 3,21 Prozent.

Keytruda punktet bei Gebärmutterkrebs

Frisch auf dem Tisch liegen die Ergebnisse der Phase-3-Studie KEYNOTE-C93. Keytruda als Monotherapie senkte bei Patientinnen mit fortgeschrittenem oder wiederkehrendem Endometriumkarzinom (dMMR) das Risiko für Fortschreiten oder Tod um 43 Prozent gegenüber einer platinbasierten Chemotherapie. Das mediane progressionsfreie Überleben lag bei 38,2 Monaten, unter Chemotherapie bei 8,4 Monaten.

Beim Gesamtüberleben zeigte sich ein positiver Trend, allerdings ohne statistische Signifikanz (p=0,1000). Die Studie läuft weiter, weitere Daten sollen folgen. Auffällig ist das Sicherheitsprofil: Schwere Nebenwirkungen traten unter Keytruda bei 18,1 Prozent der Patientinnen auf, unter Chemotherapie bei 50,7 Prozent.

Die Daten stützen die Strategie, das Profil des Blockbusters vor dem Auslaufen wichtiger Patente zu schärfen. Keytruda steht für rund die Hälfte der Konzernerlöse. Neben Kombinationen und einer subkutanen Darreichungsform baut MSD das Portfolio durch Zukäufe und Lizenzdeals aus, etwa mit der Übernahme von Terns Pharmaceuticals im Frühjahr und der ADC-Kooperation mit Kelun-Biotech.

Melanom-Daten dämpfen die Erwartungen

Die Kombination aus Keytruda und Modernas personalisiertem Krebsimpfstoff im Melanom-Bereich erfüllte die extrem hohen Erwartungen nicht vollständig. Cantor Fitzgerald bestätigte nach dem Kongress sein „Neutral“ mit einem Kursziel von 145 Dollar.

Das Haus sieht zwar entschärfte Risiken, klarere Zeitpläne und die erwartete erste US-Zulassung von Sacituzumab Tirumotecan im kommenden Jahr. Zu Zeitplänen der INTerpath-Studien in Nierenzell- und Blasenkrebs gab MSD jedoch keine Auskunft, obwohl manche Investoren darauf gehofft hatten.

Hinzu kommt ein schmaler Katalysatorenkalender bis Jahresende. Cantor erwartet, dass bei den Zahlen Gegenwind für das Gewinnwachstum 2027 im Mittelpunkt steht. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 110,3 ist die Aktie ambitioniert bewertet.

Termin am 29. Oktober

Am 29. Oktober legt MSD die Quartalszahlen vor. RBC Capital rechnet mit einem Umsatz von rund 17,3 Milliarden Dollar und einem Gewinn je Aktie von 2,12 Dollar. Die RBC-Experten stufen die Aktie bei einem Kursziel von 145 Dollar auf „Sector Perform“. Optionsmärkte preisen eine Kursbewegung von etwa 5,5 Prozent ein.

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