Münchener Rück Aktie: 162 Millionen Euro Euro-Verlust im Q1

Munich Re prognostiziert weniger Atlantik-Hurrikane, warnt aber vor steigendem Taifun-Risiko in Asien und Belastungen durch den starken Euro.

Die Kernpunkte:
  • Weniger schwere Stürme im Atlantik erwartet
  • Taifun-Risiko verlagert sich nach Asien
  • Starker Euro kostet Konzern Millionen
  • Aktie nahe Jahrestief notiert

Münchener Rück erwartet für die atlantische Hurrikansaison 2026 weniger schwere Stürme. Die kehrt sich für den Rückversicherer nicht automatisch in Entwarnung um. Das Risiko verlagert sich in den Pazifik – und der starke Euro belastet ohnehin die Bilanz.

Die Aktie notiert bei 469,10 Euro, nur 0,4 Prozent über dem Jahrestief vom 13. Mai. Auf Wochensicht verlor sie 1,2 Prozent, seit Jahresbeginn 14,5 Prozent.

Weniger Hurrikane im Atlantik, mehr Taifune im Pazifik

Munich Re erwartet 12 bis 13 benannte Zyklone im Nordatlantik. Fünf bis sechs könnten zu Hurrikanen werden, zwei davon zu schweren mit Windgeschwindigkeiten über 177 km/h. Die Colorado State University liegt mit 13 benannten Stürmen, sechs Hurrikanen und zwei schweren im gleichen Korridor.

Zum Vergleich: Der Durchschnitt der Jahre 1991 bis 2020 liegt bei 14,4 Stürmen und 7,2 Hurrikanen. Grund für die ruhigere Prognose ist ein beginnender El Niño. Das Klimaphänomen bringt ungewöhnlich warme Temperaturen im äquatorialen Pazifik und dämpft zugleich die Hurrikanbildung im Atlantik.

Das Risiko verschwindet nicht – es wandert. Der Nordwestpazifik profitiert von den Bedingungen. Die diesjährige Taifunsaison dürfte überdurchschnittlich ausfallen. Eine erste Studie (TSR) erwartet 27 benannte Stürme, davon 18 Taifune und elf schwere. Betroffen wären vor allem Japan, China und Korea.

Für Munich Re bedeutet das: weniger Großschäden aus den USA, aber ein erhöhtes Asien-Risiko. Die Schaden-Kosten-Quote könnte entlastet werden – wenn die Taifune nicht zuschlagen.

Euro-Stärke kostet Millionen

Ein zweiter Druckpunkt ist der Wechselkurs. Munich Re erzielt einen großen Teil der Prämien in Dollar, bilanziert aber in Euro. Der Kurs stieg von rund 1,03 auf 1,15 bis 1,20 Dollar.

Allein im ersten Quartal kostete das 162 Millionen Euro. Die Solvency-II-Quote liegt nach Abzug des neuen Rückkaufprogramms bei 292 Prozent.

Der Konzern plant bis zur Hauptversammlung 2027 Rückkäufe von bis zu 2,25 Milliarden Euro. Die erste Tranche über 900 Millionen Euro läuft seit dem 14. Mai.

Das Gewinnziel für 2026 steht bei rund 6,3 Milliarden Euro. Der Versicherungsumsatz soll 64 Milliarden Euro erreichen, die Kapitalanlagerendite mehr als 3,5 Prozent.

Für die Juli-Erneuerung rechnet das Management mit stabilen Preisen und verbesserten Vertragsbedingungen. Ob der Markt diese Zuversicht teilt, zeigt die nächste Erneuerungsrunde. Bleiben die Preise stabil, könnte der Druck auf die Aktie nachlassen. Eine anhaltende Dollarschwäche würde ihn verlängern.

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