Münchener Rück Aktie: 600 Millionen Einsparungen bis 2030

Der Rückversicherer kämpft mit sinkenden Margen und startet ein umfassendes Spar- und Umstrukturierungsprogramm bis 2030.

Die Kernpunkte:
  • Preisverfall am Rückversicherungsmarkt
  • Konzernumbau mit Programm Ambition 2030
  • Jährliche Einsparungen von 600 Millionen Euro
  • Aktie notiert deutlich unter Jahreshoch

Die Preise am Rückversicherungsmarkt rutschen ab, Rekordkapital drückt auf die Margen. Die Münchener Rück steuert nun massiv gegen. Konzernchef Christoph Jurecka baut den Versicherer radikal um, um die Profitabilität langfristig zu sichern.

Mehr Stabilität, weniger Schwankungen

Im Zentrum steht das Programm „Ambition 2030“. Der Konzern will seine Abhängigkeit von der schwankungsanfälligen Schaden- und Unfall-Rückversicherung verringern. Derzeit liefert diese Sparte die Hälfte des Gewinns. Bis zum Ende des Jahrzehnts soll dieser Anteil auf 40 Prozent fallen.

Parallel dazu stärkt das Management stabilere Bereiche. Dazu gehören die Lebens- und Gesundheits-Rückversicherung sowie die Erstversicherungstochter ERGO. Ihr Beitrag zum Konzernergebnis soll auf 60 Prozent steigen.

Ein massives Sparprogramm begleitet den Umbau. Bis 2030 plant Jurecka jährliche Einsparungen von 600 Millionen Euro. Bereits im laufenden Jahr sollen davon 200 Millionen Euro in der Kasse spürbar werden.

Volle Kassen drücken die Preise

Der Auslöser für die harte Gangart ist der massive Preisdruck. Bei den Erneuerungsrunden im Juni fielen die Raten in einigen Katastrophen-Segmenten um bis zu 20 Prozent. Die Ursache liegt im weltweit verfügbaren Rückversicherungskapital. Dieses erreichte zuletzt einen Rekordwert von 805 Milliarden US-Dollar.

Die Münchener Rück reagiert mit eiserner Disziplin. Das Management verzichtet lieber auf Volumen, als schlechte Margen zu akzeptieren. Die Folge: Der Vorstand hält am Gewinnziel für das laufende Jahr fest. Am Ende sollen 6,3 Milliarden Euro in den Büchern stehen.

Aktie sucht den Boden

An der Börse spiegelt sich die operative Stabilität bislang nicht wider. Die Aktie beendete den Handel am Freitag bei 459,50 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf 16,30 Prozent. Das 52-Wochen-Hoch bei 605,00 Euro ist weit entfernt.

Auch das Chartbild bleibt angeschlagen. Das Papier notiert gut 13 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt. Kurzfristig blockiert die 50-Tage-Linie eine schnelle Erholung der Kurse.

Im Juli steht die nächste große Erneuerungsrunde an. Hier muss das Management beweisen, dass es die Preise gegen den Markttrend stabil halten kann. Charttechnisch hellt sich die Lage erst auf, wenn die Aktie den Widerstand bei 504 Euro nachhaltig überwindet.

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