Münchener Rück Aktie: Kapitalanlagen retten Quartal
Münchener Rück übertrifft Erwartungen dank Kapitalanlagen, trotz steigender Schadenquoten. Konzern hält an Gewinnziel fest.

- Kapitalanlagen treiben Quartalsgewinn
- Schadenquoten steigen spürbar an
- Gewinnziel für 2026 bleibt bestehen
- Amundi reduziert Anteil an Munich Re
Steigende Schadenquoten, aber ein Gewinn, der die Erwartungen deutlich übertrifft — bei Münchener Rück ziehen die Kapitalanlagen im zweiten Quartal die Bilanz nach oben. Das Ergebnis lag mit 2,211 Milliarden Euro klar über dem Analystenkonsens von rund 1,79 Milliarden Euro.
Der Rückversicherer profitierte vor allem von den Erträgen aus dem Kapitalanlageportfolio. Diese kletterten auf 3,159 Milliarden Euro nach 2,187 Milliarden Euro im Vorjahresquartal — eine Rendite von 5,5 Prozent, getragen von steigenden Aktienmärkten. Die Solvency-II-Quote stieg parallel auf 304 Prozent, die Eigenkapitalrendite blieb bei 25,5 Prozent stabil.
Schadenquoten ziehen an
Im klassischen Rückversicherungsgeschäft wird es dagegen enger. Die Combined Ratio in der Schaden-Rückversicherung stieg auf 68,9 Prozent von 61,0 Prozent im Vorjahr, bei Global Specialty Insurance sogar auf 88,9 Prozent nach 77,9 Prozent — Folge höherer Naturkatastrophen- und Man-made-Schäden gegenüber einem vergleichsweise schwachen Vorjahresquartal. Werte unter 100 Prozent bedeuten für den Versicherer weiterhin profitables Geschäft, die Richtung zeigt aber nach oben.
In der Lebens- und Krankenrückversicherung half eine besonders große Transaktion: Munich Re übernahm Pensionsverpflichtungen im Volumen von vier Milliarden Euro und erzielte damit einen technischen Gesamtertrag von 528 Millionen Euro. Die Erstversicherungstochter ERGO steuerte 321 Millionen Euro Gewinn bei und übertraf damit ihre anteilige Jahresprognose deutlich.
Für das Gesamtjahr hält der Konzern am Nettogewinnziel von 6,3 Milliarden Euro fest. Die Umsatzprognose fällt dagegen niedriger aus als bislang geplant.
Am Rande der Berichtssaison meldete sich auch der Fondsriese Amundi zu Wort: Der Stimmrechtsanteil des Vermögensverwalters an Münchener Rück sank zum 3. August unter die Meldeschwelle von drei Prozent, auf nun 2,97 Prozent.
Die Aktie schloss am Vortag mit einem Plus von 1,48 Prozent bei 522,60 Euro. Ob die starken Kapitalanlageerträge auch im weiteren Jahresverlauf die steigenden Schadenquoten ausgleichen können, dürfte sich spätestens mit den Zahlen zum dritten Quartal zeigen — dann beginnt traditionell die entscheidende Phase der nordatlantischen Hurrikansaison.
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