Münchener Rück Aktie: Schutzschirm auf 600 Millionen gekürzt
Der Rückversicherer senkt die Großschadenabsicherung drastisch und setzt auf eigene Stärke. Vorstände kaufen Aktien nahe Jahrestief.

- Externer Schutzschild massiv reduziert
- Vorstände kaufen Aktien nahe Tief
- Preisniveau soll stabil bleiben
- Halbjahreszahlen im August erwartet
Die Münchener Rück geht volles Risiko. Kurz vor der Hurrikansaison kappt der Rückversicherer seinen externen Schutzschirm drastisch. Im gleichen Schritt kaufen Vorstände massiv eigene Aktien. Realität und Börsenstimmung klaffen derzeit weit auseinander.
Weniger Schutz, mehr Risiko
Für den Atlantik erwartet der Konzern zwölf bis 13 Wirbelstürme. Das liegt unter dem langfristigen Durchschnitt. Im Pazifik rechnet das Management mit 27 benannten Stürmen. Das rückt Asien in den Fokus.
Die Folge: Das Management ändert seine Strategie. Die Münchener Rück senkt die Absicherung gegen eigene Großschäden massiv. Dieser Schutzmantel schrumpft von 1,55 Milliarden auf 600 Millionen US-Dollar.
Damit bleibt ein größerer Teil der Prämien in der eigenen Bilanz. Allerdings steigt das finanzielle Risiko bei schweren Naturkatastrophen. Der Vorstand vertraut offensichtlich auf die eigene Kapitalstärke.
Preise stabil, Aktienrückkauf läuft
Im Juli verhandelt die Branche viele Verträge neu. Die Münchener Rück will das aktuelle Preisniveau weitgehend halten. Zuvor hatte der Konzern sein Geschäftsvolumen wegen strengerer Vorgaben um 18,5 Prozent reduziert. Eine Preisstabilität wäre ein wichtiges Signal für den Markt.
Parallel dazu kauft das Unternehmen eigene Papiere zurück. Bis Anfang Juni sammelte der Konzern gut 856.000 Aktien ein. Diese erste Tranche gehört zu einem laufenden Milliarden-Programm. Den Abschluss plant das Management für August.
Vorstände greifen zu
An der Börse spiegelt sich der Optimismus kaum wider. Die Aktie notiert aktuell bei 467,80 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 14,79 Prozent auf der Anzeigetafel. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 605,00 Euro bleibt groß.
Das ruft die Führungsetage auf den Plan. Fünf Vorstandsmitglieder nutzten die jüngste Schwäche für Zukäufe. Sie griffen nahe dem bisherigen Jahrestief zu. Mari-Lizette Malherbe kaufte beispielsweise Papiere für durchschnittlich 479 Euro.
Die Kapitalausstattung bleibt mit einer Solvency-II-Quote von 292 Prozent stark. Das Jahresgewinnziel liegt weiterhin bei 6,3 Milliarden Euro. Am 7. August legt der Konzern seinen Halbjahresbericht vor. Dann zeigen die ersten Sturmschäden, ob die neue Risikostrategie des Managements aufgeht.
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