Münchener Rück sieht sich für den Kampf gewappnet

Die weltweit größte Rückversicherungsgesellschaft Münchener Rück sieht den kommenden Verhandlungen über die Erneuerung von Verträgen recht gelassen entgegen. Laut Aussage des Vorstandsmitgliedes Torsten Jeworrek will der Konzern auch künftig seine Kapazitäten nur dort einsetzen, wo angemessene Preise und Bedingungen erzielt werden können.

 

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Die jüngste Katastrophe in Tianjin und die daraus resultierenden Kosten werden nach Aussagen der Münchener Rück das Budget für Großschäden in diesem Jahr nicht übersteigen. Aus diesem Grund müssen Anleger auch eine Reduzierung der Gewinnprognose nicht befürchten.

 

Kosten vor allem für Versicherer in China

Im August wurden in Tianjin aufgrund von Explosionen große Teile des Hafens in Schutt und Asche gelegt. Mehr als 100 Menschen mussten dieses Unglück mit ihrem Leben bezahlen. Die Kosten schätzt die Münchener Rück auf bis zu 3 Mrd. Dollar für die Versicherer ein. Nach ersten Schätzungen trifft dies jedoch vor allem chinesische Versicherer.

Nachdem die Münchener Rück im 2. Quartal einen deutlichen Gewinnsprung verzeichnen konnte, erhöhte der Konzern die Jahresprognose. Danach erwartet das Unternehmen einen Nettogewinn von mindestens 3 Mrd. Euro und läge damit in etwa auf dem Niveau des Vorjahres als 3,15 Mrd. Euro Gewinn verbucht werden konnten.

 

Münchener Rück geht neue Wege

Scharfe Konkurrenz verspürt die Branche der Rückversicherer vor allem in der Schaden- und Unfall-Rückversicherung von Seiten der Hedgefonds und anderer Investoren. Daraus folgt ein harter Druck hinsichtlich der Preise und Bedingungen für den Rückversicherungsschutz. Allerdings sei hier eine nachlassende Intensität zu beobachten, so die Münchener Rück. So brachen im vergangenen Jahr die Preise im Schnitt um 10% ein, während beispielsweise die Ratingagentur S&P für 2016 nur noch ein Minus von 5 bis 10% prognostiziert.

Um diesem Kampf aus dem Weg zu gehen gilt es, auch andere Wege zu beschreiten. Dazu gehört u. a. auch die Absicherung von neuartigen Schadensereignissen, für die bisher kein Versicherungsschutz zu erhalten war. Die Münchener Rück betrachtet dabei neben wirtschaftlichen und sozialen Umbrüchen auch technologische Veränderungen wie beispielsweise die Absicherung von Cyber-Risiken. Derartige Neuheiten werden in der Sparte Risk Solutions des Konzerns vereint und umfassen ein Prämienvolumen von 4 Mrd. Euro.

 

Konkurrenz erwartet steigende Nachfrage

Auch das Konkurrenzunternehmen Hannover Rück erwartet trotz des über der Nachfrage liegenden Angebotes im Bereich der Rückversicherer eine steigende Nachfrage für die Vertragserneuerungen.

So sollen sich laut Unternehmensaussagen die Rückversicherungspreise teilweise stabilisieren. Für einige Sparten und Märkte sieht der Konzern sogar Raum für entsprechende Ratenerhöhungen.

 

Aktie für Langfrist-Anleger eine Option

Die Aktie konnte nach Präsentation der Quartalszahlen leicht zulegen, hielt diesen Trend jedoch nicht lange durch. In der Folge kam es wieder zu deutlichen Kursrückgängen, welche mit dem Schwarzen Montag dann ihren Boden fanden.

Danach stiegen die Papiere wieder Stück um Stück an, sind jedoch mit dem aktuellen Kurs von 165,75 Euro weit entfernt von alten Höhen bei 205,00 Euro. Wir erachten die Aktie dennoch als weiterhin interessant.

150914 Munich RE

Die Münchener Rück steht nicht nur fundamental gut da. Neben einer attraktiven Dividendenrendite bieten sich hier für langfristig orientierte Anleger durchaus interessante Optionen.

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