Muss sich Gerry Weber „neu“ erfinden?

Die Modebranche unterliegt nicht nur einem harten Wettbewerb, auch das Branchenumfeld stellt Unternehmen vor große Herausforderungen. Dazu sorgten die milden Wetterbedingungen dieses Winters dafür, dass die Lager der Unternehmen voll sind, da der Kundenansturm vielerorts ausblieb.

 

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Auch Gerry Weber hat mit diesen Umständen zu kämpfen, was mit den nun präsentierten vorläufigen Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr 2014/15, welchem im Oktober endete, deutlich wird.

 

Gerry Weber präsentiert Gewinnrückgang

Danach konnte der Konzern den Umsatz um rund 8,1% auf 920 Mio. Euro steigern. Hiervon entfielen 115 Mio. Euro an Umsatz auf die im Februar letzten Jahres übernommene Tochter Hallhuber. Seit der Übernahme wurden hier 57 neue Verkaufsflächen eröffnet.

Der Umsatz der Core Marken von Gerry Weber lag im vergangenen Geschäftsjahr bei 805 Mio. Euro und damit 5,4% unter dem des Vorjahres.

Das EBITDA sank von 134,2 Mio. Euro im Vorjahr auf 115 Mio. Euro. Auf Hallhuber entfielen hierbei 10 Mio. Euro. Beim EBIT ging es von zuvor 108,9 Mio. Euro auf 79 Mio. Euro abwärts.

Gerry Weber begründete dies vor allem mit einem Rückgang der margenstarken Umsätze aus dem Wholesale Geschäft und der vergleichbaren Core Retail Flächen. Zudem wirkte sich die erstmalige Einbeziehung von Hallhuber negativ auf die EBIT-Marge aus, da Hallhuber im Vergleich zu den Core Marken von Gerry Weber durch die über dem Durchschnitt liegende Expansion niedrigere operative Margen erzielt. Insgesamt sank die EBIT-Marge von 12,8% im Vorjahr auf rund 8,6%.

 

Vorstand beschließt Neuausrichtung

Zufrieden war der Vorstand mit dem Verlauf des letzten Geschäftsjahres nicht. Aus diesem Grund soll ein Programm zur Neuausrichtung des Konzerns ins Leben gerufen werden. Einzelheiten hierzu will Gerry Weber auf der Bilanzpressekonferenz am 26. Februar vorstellen.

Damit wird die Umbruchphase des Konzerns weiter andauern. Der Abbau von Arbeitsplätzen war ja schon Mitte letzten Jahres ein Thema ebenso wie die Neustrukturierung des Vertriebs.

 

Wird der Abwärtstrend verstärkt?

Für die Marktteilnehmer dürften diese Absichtserklärungen wohl erst einmal nicht für deutlich positive Impulse sorgen, hier will man wohl eher Ergebnisse sehen. Damit steht auch zu befürchten, dass sich der Abwärtstrend in der Aktie weiter fortsetzen könnte.

160126 Gerry Weber

Zwar ging es vorbörslich heute um bisher 2,5% aufwärts, jedoch macht der Blick auf den Chart deutlich, dass die Papiere innerhalb der letzten zwölf Monate erheblich an Wert verloren haben und man von dem Jahreshoch bei 36,84 Euro immens weit entfernt ist. Nun muss Gerry Weber liefern, um das Vertrauen des Marktes zurückzugewinnen.

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