Mutares: 25 Millionen Euro Tilgung pro Quartal
Mutares hat Finanzkennzahlen verletzt und benötigte einen Gläubiger-Waiver. Das Unternehmen plant nun den Schuldenabbau durch Anleiherückkäufe und setzt auf neue Übernahmen.

- Verstoß gegen Anleihe-Covenants durch Nettoverschuldung
- Quartalsweise Rückkäufe der Anleihe 2023/2027 geplant
- Solider operativer Gewinn von 130 Millionen Euro für 2025
- Verkäufe von Peugeot Motocycles und Relobus in Arbeit
Ein Verstoß gegen Anleihebedingungen, ein eilig organisierter Waiver der Gläubiger und ein Kurs auf dem Jahrestief — Mutares hat turbulente Wochen hinter sich. Das Papier notiert aktuell bei 24,85 Euro und hat seit Jahresbeginn rund 17 Prozent verloren.
Warum die Anleihe-Covenants gerissen sind
Der Auslöser ist ein Verstoß gegen eine Finanzkennzahl in den Anleihebedingungen beider ausstehenden Anleihen — der 2023/2027 und der 2024/2029. Das Verhältnis von Nettoverschuldung zu Eigenkapital hat die vereinbarte Grenze überschritten. Ursachen sind Bewertungseffekte, weniger wertsteigernde Transaktionen im vierten Quartal 2025 und deutlich gestiegene Leasingverbindlichkeiten.
Die Bondholder beider Anleihen haben dem vorgeschlagenen Waiver zugestimmt. Das verschafft dem Unternehmen Luft — allerdings keine dauerhafte Lösung.
Der Plan: Schulden runter, Kennzahl wieder erfüllt
Das Management hat einen konkreten Tilgungsplan vorgelegt. Ab dem zweiten Quartal 2026 kauft Mutares pro Quartal mindestens 25 Millionen Euro der Anleihe 2023/2027 zurück. Bis Ende 2026 soll der gesamte Anleihebestand auf 250 bis 300 Millionen Euro sinken.
Der Vorstand rechnet damit, die Verschuldungskennzahl bereits zum Ende des zweiten Quartals wieder einzuhalten. Als Stütze dienen die bereits unterzeichneten Übernahmen von Wärtsilä Gas Solutions und dem ETP-Geschäft von SABIC.
Operativ läuft das Geschäft solide. Für 2025 weist Mutares vorläufig einen Jahresüberschuss von 130 Millionen Euro aus — nach 108 Millionen Euro im Vorjahr. Der Konzernumsatz stieg auf 6,5 Milliarden Euro.
Portfolio dreht sich weiter
Parallel zum Bilanzmanagement laufen zwei Verkaufsprozesse. Peugeot Motocycles soll an das aktuelle Management-Team gehen, das polnische Busunternehmen Relobus an Infrastrukturinvestor Infracapital.
Abgeschlossen hat Mutares bereits den Verkauf der inTime Group. Alle Tochtergesellschaften gehen an Tawin Holdings, die Eigentümerin von Priority Freight. Mutares hatte das Logistikunternehmen erst im August 2025 übernommen und seitdem restrukturiert.
Für 2026 stellt das Unternehmen einen Konzernumsatz von 7,9 bis 9,1 Milliarden Euro in Aussicht. Beim Holdinggewinn lautet die Zielspanne 165 bis 200 Millionen Euro.
Geschäftsbericht als nächster Prüfstein
Am 28. April liefert Mutares die neuen Aktien aus der Bezugstranche — und veröffentlicht zeitgleich den vollständigen Geschäftsbericht 2025 mit testierten Zahlen. Das ist der Moment, an dem Investoren erstmals belastbare Zahlen zur tatsächlichen Bilanzlage sehen. Der Q1-Bericht folgt im Mai, die Hauptversammlung findet am 3. Juli statt. Bis dahin bleibt die entscheidende Frage, ob die testierten Zahlen den Tilgungsplan stützen oder neue Fragen aufwerfen.
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