Mutares: 450-Millionen-Deal mit SABIC wartet auf Genehmigung

Mutares plant die größte Übernahme der Firmengeschichte, während die Aktie fällt. Finanzierungssorgen belasten den Kurs trotz operativer Rekorde.

Die Kernpunkte:
  • Aktie erreicht 52-Wochen-Tief
  • Größter Zukauf der Firmengeschichte geplant
  • Kapitalerhöhung zur Bilanzstärkung abgeschlossen
  • Umsatzsprung auf 9,1 Milliarden Euro erwartet

Operativ jagt ein Rekord den nächsten, an der Börse herrscht Skepsis. Während Mutares die größte Übernahme der Firmengeschichte vorbereitet, rutscht die Aktie ab. Das rasante Wachstum fordert seinen Tribut in der Bilanz.

Bei 23,80 Euro markiert das Papier aktuell ein 52-Wochen-Tief. Allein im letzten Monat verlor der Titel gut 25 Prozent seines Wertes.

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Der Grund für die Kursverluste liegt nicht im Tagesgeschäft. Vielmehr belasten Finanzierungssorgen die Stimmung der Anleger. Zum Jahresende verfehlte die Beteiligungsgesellschaft einen Nettoverschuldungskovenant.

Das Management bat die Anleihegläubiger um eine Verzichtserklärung bis Ende Juni 2026. Ein Tilgungsplan sieht vor, ab dem zweiten Quartal regelmäßig Tranchen der ausstehenden Anleihe zurückzukaufen. Eine kürzlich abgeschlossene Kapitalerhöhung im Volumen von gut 100 Millionen Euro soll die Bilanz stärken.

Milliarden-Übernahme im Visier

Parallel dazu treibt der Vorstand den Ausbau des Portfolios voran. Im Fokus steht die geplante Übernahme des Engineering-Thermoplastics-Geschäfts von SABIC. Der Zukauf mit einem Unternehmenswert von 450 Millionen US-Dollar wäre die größte Transaktion der Mutares-Historie.

Das Zielunternehmen erzielt einen Jahresumsatz im Milliardenbereich und fertigt Spezialkunststoffe in den USA. Der Abschluss wird vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen für das zweite Halbjahr erwartet.

Hohes Tempo bei Käufen und Verkäufen

Auch abseits des SABIC-Deals dreht sich das Karussell rasant. Mitte April meldete Mutares den Verkauf der inTime Group. Das Logistikunternehmen befand sich nach dem Kauf im vergangenen August nur knapp acht Monate im Portfolio.

Auf der Käuferseite stehen derweil zwei Sparten des Automobilzulieferers Magna kurz vor der Eingliederung. Das Beleuchtungs- und das Dachsysteme-Geschäft bringen zusammen mehr als 300 Millionen US-Dollar an zusätzlichem Jahresumsatz. Der Vollzug ist für das laufende zweite Quartal geplant.

Fundamentaldaten und Ausblick

Trotz der bilanztechnischen Anspannung liefert das Kerngeschäft robuste Zahlen. Der Konzernumsatz kletterte im abgelaufenen Jahr auf 6,5 Milliarden Euro. Der Jahresüberschuss der Holding stieg auf gut 130 Millionen Euro.

Für das laufende Jahr rechnet das Management mit einem weiteren Umsatzsprung auf bis zu 9,1 Milliarden Euro. Die Mittelfristziele bis 2030 sehen ein jährliches Wachstum von 25 Prozent vor.

Am 28. April legt der Konzern seinen testierten Geschäftsbericht vor und liefert neue Aktien aus der Bezugstranche an Investoren aus. Wenig später, am 12. Mai, folgen die Ergebnisse für das erste Quartal. Am 3. Juli entscheidet die Hauptversammlung schließlich über die Dividendenfähigkeit für das abgelaufene Jahr.

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