Mutares Aktie: 450-Millionen-Zukauf von SABIC

Mutares übernimmt SABIC-Engineering-Thermoplastics für 450 Mio. USD und treibt mit Anleiherückkäufen den Schuldenabbau voran.

Die Kernpunkte:
  • Größte Akquisition der Firmengeschichte
  • Verkauf von NEM Energy an Hyundai
  • Geplanter Rückkauf von Anleihen
  • Jahresprognose für 2026 bestätigt

Mutares kauft so groß ein wie nie zuvor. Der Aktienkurs reagiert darauf kaum: Das Papier notiert aktuell bei 28,20 Euro und gibt 0,18 Prozent nach. Einen Tag vor der Hauptversammlung meldet der Münchener Beteiligungskonzern gleich mehrere strategische Weichenstellungen.

Größte Akquisition der Firmengeschichte

Mutares übernimmt das Engineering-Thermoplastics-Geschäft von SABIC. Der Enterprise Value liegt bei 450 Millionen US-Dollar. Damit handelt es sich um die größte Übernahme in der Geschichte des Konzerns.

Das übernommene Geschäft erzielt rund 2,5 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz. Es beschäftigt etwa 2.900 Mitarbeiter an acht Standorten. Der Zukauf stärkt das Segment Engineering & Technology, in dem Mutares bereits mehrere Transaktionen abgeschlossen hat.

NEM Energy verkauft, Anleihen im Fokus

Parallel zum Wachstum treibt Mutares den Portfolioumbau voran. Der Konzern hat den Verkauf der NEM Energy Group an Hyundai Heavy Industries Power Systems unterzeichnet. Den Kaufpreis halten beide Seiten geheim, der Vollzug ist für das dritte Quartal 2026 geplant. Der Erlös soll frisches Kapital für den Schuldenabbau liefern.

Auf der Bilanzseite läuft zudem ein strukturierter Anleiherückkauf. Aktuell stehen 385 Millionen Euro an Anleihen aus. Bis Ende 2026 will das Management diese Summe auf 250 bis 300 Millionen Euro drücken.

Aus der Anleihe 2023/2027 will Mutares im laufenden Quartal mindestens 25 Millionen Euro zurückkaufen. Jedes weitere Quartal soll mindestens derselbe Betrag folgen.

Prognose für 2026 bestätigt

Die Übernahme passt zu den bereits kommunizierten Jahreszielen. Der Konzernumsatz soll 2026 zwischen 7,9 und 9,1 Milliarden Euro liegen. Der Jahresüberschuss soll zwischen 165 und 200 Millionen Euro liegen.

Im ersten Quartal zeigte sich das Wachstum bereits konkret: Die Umsätze stiegen um zehn Prozent auf rund 1,68 Milliarden Euro.

Bilanzrisiko ausgeräumt

Ein Belastungsfaktor ist vom Tisch. Mutares hat den entscheidenden Stichtag für die Anleihekennzahlen bestanden. Im Vorjahr hatte der Konzern noch eine wichtige Schuldenkennzahl gerissen, die Gläubiger setzten daraufhin eine Prüfung bis Ende Juni aus.

Hauptversammlung am Freitag

Am Freitag findet die ordentliche Hauptversammlung 2026 statt. Die Aktionäre stimmen über das Geschäftsjahr 2025 ab. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen eine Dividende von 2,00 Euro je Aktie vor, die Mutares als Mindestdividende versteht.

Das Management muss dort zeigen, dass Schuldenabbau und Dividende zusammen funktionieren. Auch die vom Vorstand für die zweite Jahreshälfte versprochene Exit-Dynamik muss sich erst noch bestätigen.

Kursverlauf bleibt verhalten

Trotz der operativen Fortschritte tritt die Aktie auf der Stelle. Nach 28,25 Euro am Vortag notiert sie aktuell bei 28,20 Euro. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Minus von 3,26 Prozent zu Buche.

Seit Jahresbeginn beträgt der Rückgang 5,69 Prozent. Auf Zwölfmonatssicht summiert er sich auf 18,50 Prozent.

Vom 52-Wochen-Hoch bei 35,15 Euro aus dem Januar ist die Aktie rund 19,77 Prozent entfernt. Zum 52-Wochen-Tief bei 23,30 Euro beträgt der Abstand knapp 21 Prozent. Mit einem RSI-Wert von 49,7 bewegt sich das Papier charttechnisch in neutralem Terrain.

Der NEM-Energy-Verkauf soll im dritten Quartal 2026 abgeschlossen sein, die ersten Anleiherückkäufe laufen bereits im aktuellen Quartal an. Beide Termine liefern die nächsten konkreten Signale dafür, ob Mutares seine Umsatzprognose von bis zu 9,1 Milliarden Euro tatsächlich erreicht.

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