Mutares Aktie: Covenant-Entwarnung am 4. August

Mutares erfüllt Anleihe-Covenants wieder, meldet aber einen deutlichen Gewinneinbruch. Das Management hält an der Jahresprognose fest.

Die Kernpunkte:
  • Covenant-Einhaltung bestätigt
  • Umsatzplus, aber Gewinnrückgang
  • Jahresprognose trotzdem bestätigt
  • Rekordübernahme von SABIC-Sparte

Wochenlang bangten Anleger von Mutares um ein Detail in den Anleihebedingungen. Am 4. August 2026 kam die Entwarnung: Der Münchner Beteiligungskonzern hält seine Bond-Covenants zum 30. Juni 2026 wieder vollständig ein. Das größte Fragezeichen der vergangenen Monate ist damit verschwunden.

Umsatz wächst, Gewinn bricht ein

Die Zahlen selbst zeigen ein gemischtes Bild. Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr um 9 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro. Das EBITDA fiel dagegen deutlich auf 349 Millionen Euro, nach 598 Millionen Euro im Vorjahr.

Mutares begründet den Rückgang mit Effekten aus laufenden Transaktionen. Das bereinigte Nettoergebnis brach noch stärker ein: Es lag bei nur 6 Millionen Euro, verglichen mit 70 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die Erträge aus dem Beratungsgeschäft blieben mit 49 Millionen Euro nahezu stabil und lagen im Rahmen der Planung.

Zweite Jahreshälfte soll es richten

Das Management bestätigt trotz der schwachen Halbjahreszahlen seine Prognose für 2026. Der Grund: Mutares erwartet im zweiten Halbjahr Erlöse aus bereits unterschriebenen und laufenden Exit-Transaktionen. Diese Verkäufe sollen das Nettoergebnis für das Gesamtjahr wieder spürbar anheben.

Ob das gelingt, hängt maßgeblich vom Timing dieser Exits ab. Der Mittelfristausblick des Konzerns bleibt unverändert bestehen.

Größte Übernahme der Firmengeschichte

Operativ dominierte eine Transaktion historischer Dimension das erste Halbjahr. Mutares hat den Geschäftsbereich Engineering Thermoplastics von SABIC übernommen, unterschrieben im Januar 2026 und Anfang August vollzogen. Das Geschäft firmiert künftig als NexPoint Materials und bringt einen Jahresumsatz von rund 2 Milliarden Euro sowie etwa 2.800 Mitarbeitende mit.

Mit dem Zukauf baut Mutares ein neues Segment auf: Chemicals & Materials. Die Sparte soll künftig als eigenständige Plattform für weiteres Wachstum dienen.

Die Aktie notiert aktuell bei 27,05 Euro und damit rund 23 Prozent unter ihrem Januar-Hoch von 35,15 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein Kursminus von knapp 9,8 Prozent zu Buche. Am 18. August lädt Mutares zum Earnings Call – dort dürfte vor allem die Frage im Mittelpunkt stehen, wie schnell sich die angekündigten Exit-Erlöse tatsächlich realisieren lassen.

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