Mutares Aktie: Free2move-Deal mit Stellantis unterzeichnet
Mutares integriert NexPoint Materials nach Rekordübernahme und peilt für 2026 ein Holding-Ergebnis von bis zu 132 Millionen Euro an.

- Größte Akquisition in der Firmengeschichte
- Neues Segment Chemicals & Materials geschaffen
- Operatives Ergebnis dreht in Gewinnzone
- Magirus-Verkauf oder Börsengang geplant
Die Beteiligungsgesellschaft Mutares richtet nach einem ereignisreichen ersten Halbjahr den Blick auf die kommenden Monate und die Umsetzung ihrer ehrgeizigen Wachstumsziele. Im Zentrum der Strategie steht dabei die Integration der größten Akquisition der Unternehmensgeschichte sowie eine gefüllte Exit-Pipeline für das restliche Jahr.
In einem Investorengespräch am vergangenen Dienstag unterstrich das Management die Ambitionen, das Konzern-Nettoergebnis der Holding im Gesamtjahr auf einen Bereich zwischen 108 Millionen und 132 Millionen Euro zu steigern.
Expansion durch NexPoint und Free2move
Ein wesentlicher Pfeiler für das künftige Wachstum ist der Abschluss der Übernahme des Bereichs Engineering Thermoplastics von SABIC, der vor gut drei Wochen vollzogen wurde.
Mit einem Transaktionswert von 450 Millionen US-Dollar markiert dieser Zukauf einen Meilenstein. Das nun unter dem Namen NexPoint Materials firmierende Unternehmen bildet den Kern des neu geschaffenen Segments „Chemicals & Materials“.
NexPoint bringt einen Jahresumsatz von rund 2,0 Milliarden Euro in die Gruppe ein und beschäftigt etwa 2.800 Mitarbeiter an acht Produktionsstandorten in Amerika und Europa.
Parallel dazu treibt Mutares die Expansion im Mobilitätssektor voran. Medienberichten zufolge wurde Ende Juli eine Vereinbarung mit dem Automobilkonzern Stellantis über den Erwerb des Carsharing-Geschäfts Free2move unterzeichnet.
Der Abschluss dieser Transaktion wird für das Ende des laufenden Jahres erwartet. Flankiert wurden diese Aktivitäten durch die Übernahme des Geschäftsbereichs Car Top Systems von Magna, die ebenfalls vor gut drei Wochen finalisiert wurde.
Operative Trendwende im ersten Halbjahr
Die vor gut drei Wochen vorgelegten Zahlen für das erste Halbjahr 2026 verdeutlichen die dynamische Entwicklung des Portfolios. Der Konzernumsatz kletterte um 9 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro, verglichen mit 3,1 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum.
Besonders signifikant fiel die Entwicklung beim bereinigten operativen Ergebnis (Adjusted EBITDA) aus: Nach einem Verlust von 89 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum gelang der Sprung in die Gewinnzone mit einem positiven Wert von 67 Millionen Euro.
Trotz des operativen Aufschwungs spiegeln sich die Kosten der massiven Expansion und zeitliche Verschiebungen bei den Exits vorübergehend im Konzernergebnis wider. Das EBITDA lag mit 349 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert von 598 Millionen Euro, während das bereinigte Nettoergebnis 6 Millionen Euro erreichte. Die Holding-Einnahmen aus Beratungsgebühren (Management Fees) beliefen sich auf 49 Millionen Euro.
Exit-Pipeline im Fokus für das restliche Jahr
Für die zweite Jahreshälfte liegt der Fokus nun verstärkt auf der Realisierung von Werten aus dem bestehenden Portfolio. Die Veräußerung der NEM Energy Group an Hyundai Heavy Industries Power Systems soll laut Unternehmensangaben bereits im dritten Quartal 2026 abgeschlossen werden. Dieser Schritt gilt als wichtiger Baustein, um die prognostizierten Holding-Ergebnisse für das Gesamtjahr abzusichern.
Zudem bereitet Mutares den Ausstieg bei der Tochtergesellschaft Magirus vor. Nachdem der Brandschutzspezialist Anfang Mai einen Rekord beim Auftragseingang vermeldete und einen Auftragsbestand von über 880 Millionen Euro vorweisen konnte, wurden strategische Optionen geprüft. Hierbei stehen sowohl ein klassischer Verkauf als auch ein Börsengang im Raum.
An der Börse verzeichnete die Aktie am Freitag einen leichten Zuwachs von 0,9 Prozent auf 26,90 Euro. Damit notiert das Papier seit Jahresbeginn rund 10 Prozent im Minus und weist einen Abstand von 23 Prozent zum 52-Wochen-Hoch auf, das Mitte Januar markiert wurde. Die nächste detaillierte Berichterstattung erfolgt mit den Zahlen zum dritten Quartal am 12. November 2026.
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