Mutares Aktie: Größter Zukauf mit 2,0 Milliarden Euro

Mutares meldet Umsatzplus und positive EBITDA-Wende, vollzieht größte Akquisition der Firmengeschichte und bestätigt die Jahresprognose.

Die Kernpunkte:
  • Umsatz steigt auf 3,4 Milliarden Euro
  • Größter Zukauf der Unternehmensgeschichte abgeschlossen
  • Bereinigtes EBITDA dreht deutlich ins Plus
  • Jahresausblick für 2026 bestätigt

Die Beteiligungsgesellschaft Mutares hat eine ereignisreiche Woche hinter sich. Neben der Vorlage der Halbjahreszahlen für 2026 schloss das Münchner Unternehmen zwei bedeutende Akquisitionen ab, darunter den größten Zukauf der Firmengeschichte. Operativ verzeichnete der Konzern im ersten Halbjahr ein deutliches Umsatzwachstum und eine Rückkehr in die Gewinnzone beim bereinigten Ergebnis.

Umsatzwachstum und Ergebniswende im ersten Halbjahr

Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, stieg der Konzernumsatz in den ersten sechs Monaten des Jahres um 9 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro (Vorjahr: 3,1 Milliarden Euro). Dieser Zuwachs spiegelt die hohe Transaktionsaktivität der vergangenen Monate wider, in denen Mutares sein Portfolio kontinuierlich durch neue Beteiligungen erweitert hat.

Die operative Entwicklung zeigt Anzeichen einer Stabilisierung innerhalb der Portfoliounternehmen. Das für die Holding maßgebliche bereinigte EBITDA (Adjusted EBITDA) verbesserte sich im ersten Halbjahr signifikant auf 67 Millionen Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein operativer Verlust von 89 Millionen Euro zu Buche gestanden hatte. Das berichtete EBITDA, welches auch Sondereffekte aus Zukäufen enthält, lag bei 349 Millionen Euro.

An der Börse wird die Entwicklung derzeit noch verhalten aufgenommen. Mit einem aktuellen Kurs von 27,05 Euro notiert das Papier seit Jahresbeginn rund 9,83 Prozent im Minus. Damit liegt der Wert derzeit etwa 5,93 Prozent unter seinem gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage.

Abschluss strategischer Großakquisitionen

Parallel zu den Geschäftszahlen vermeldete Mutares den Vollzug zweier wichtiger Übernahmen. Am Dienstag wurde die Akquisition des Geschäftsbereichs Engineering Thermoplastics von SABIC abgeschlossen, die nun unter dem Namen NexPoint Materials firmiert. Mit einem Jahresumsatz von rund 2,0 Milliarden Euro und acht Produktionsstandorten in Amerika und Europa handelt es sich um die größte Transaktion in der Geschichte von Mutares. Das Unternehmen ist damit nach eigenen Angaben der weltweit zweitgrößte Polycarbonathersteller.

Am Mittwoch folgte der Abschluss der Übernahme des Geschäftsbereichs Car Top Systems (CTS) vom Automobilzulieferer Magna. CTS ist auf die Herstellung von Verdecksystemen spezialisiert und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von etwa 75 Millionen Euro. Mutares plant, CTS als eigenständigen Akteur am Markt zu etablieren und die operative Effizienz zu steigern. Diese Zukäufe unterstreichen die Expansionsstrategie, insbesondere im Industriesektor und im nordamerikanischen Markt.

Bestätigter Ausblick und weitere Pipeline

Trotz des komplexen Marktumfelds hält die Unternehmensführung an ihren ambitionierten Zielen fest. Die Prognose für das Gesamtjahr 2026 wurde bestätigt. Mutares erwartet einen Konzernumsatz zwischen 7,9 und 9,1 Milliarden Euro. Der Jahresüberschuss der Holding soll sich laut Unternehmensangaben in einer Spanne von 165 bis 200 Millionen Euro bewegen.

Die Exit-Pipeline, also der Verkauf von bereits sanierten Beteiligungen, bleibt ebenfalls gefüllt. Medienberichten zufolge steht der Verkauf der NEM Energy Group an Hyundai Heavy Industries Power Systems vor dem Abschluss, der für das laufende dritte Quartal erwartet wird. Auch für das Unternehmen Walor Precision Turning liegt bereits ein unwiderrufliches Kaufangebot vor. Weitere Details zu den Ergebnissen und der strategischen Ausrichtung will das Management am 18. August in einem Earnings Call für Investoren erläutern.

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