Mutares Aktie: NEM-Exit im dritten Quartal 2026
Mutares treibt nach der SABIC-Übernahme die Portfolio-Optimierung voran. Der geplante Verkauf der NEM Energy Group soll die Liquidität stärken.

- SABIC-Integration als NexPoint Materials
- NEM-Exit an Hyundai geplant
- EBITDA-Turnaround auf 67 Millionen Euro
- Jahresprognose bestätigt, US-Expansion im Fokus
Die Münchner Beteiligungsgesellschaft Mutares befindet sich nach einer Phase intensiver Akquisitionen in einer strategischen Neuausrichtung und bereitet weitere Verkäufe vor.
Während das Unternehmen vor gut drei Wochen die größte Übernahme seiner Firmengeschichte mit dem Abschluss des SABIC-Deals vollzog, richten sich die Blicke der Marktteilnehmer nun auf den bevorstehenden Vollzug des Verkaufs der NEM Energy Group.
Dieser Exit an Hyundai Heavy Industries Power Systems soll laut Unternehmensangaben noch im dritten Quartal 2026 über die Bühne gehen und markiert einen wesentlichen Baustein für die Liquiditätsplanung des Konzerns.
Neue Strukturen durch Großakquisition
Die Integration des Engineering Thermoplastics-Geschäfts von SABIC, das nun unter dem Namen NexPoint Materials firmiert, stellt eine Zäsur dar. Mit mehreren tausend Mitarbeitenden und einer starken Präsenz in Europa und Amerika bildet NexPoint den Kern des neu geschaffenen Segments „Chemicals & Materials“. Parallel dazu wurde vor gut drei Wochen auch die Übernahme des Car Top Systems-Geschäftsbereichs von Magna vollzogen, was die Position im Automobilsektor weiter festigt. Diese Zukäufe stützten die Umsatzentwicklung im ersten Halbjahr 2026 maßgeblich. Besonders bemerkenswert ist dabei der operative Turnaround beim bereinigten EBITDA, das nach einem deutlichen Vorjahresverlust nun bei 67 Millionen Euro liegt.
Fokus auf den US-Markt und Liquidität
Für die weitere Expansion, insbesondere in den Vereinigten Staaten, hat sich Mutares bereits im Frühjahr durch eine millionenschwere Kapitalerhöhung finanziellen Spielraum verschafft. Die Pipeline für potenzielle Zukäufe in Nordamerika wird mit einem beachtlichen Milliarden-Umsatzvolumen beziffert. Dies unterstreicht das Bestreben, die geografische Präsenz über Europa hinaus deutlich auszuweiten. Trotz dieser operativen Fortschritte und der prall gefüllten Projektliste zeigt sich der Kapitalmarkt derzeit noch zurückhaltend. Die Aktie notiert mit 26,55 Euro derzeit rund 7,7 Prozent unter ihrem gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage, was den Druck auf viele Nebenwerte im aktuellen Marktumfeld widerspiegelt.
Weichenstellungen für das Jahresende
Die Bestätigung der Jahresprognose durch das Management lässt auf ein dynamisches zweites Halbjahr schließen. Mutares strebt für das Gesamtjahr einen Holding-Nettogewinn von bis zu 200 Millionen Euro an, wobei die erfolgreiche Realisierung von Exits eine Schlüsselrolle spielt. Ein wichtiger Indikator für den Fortschritt dieser Ziele wird die Veröffentlichung des Berichts zum dritten Quartal am 12. November sein. Kurz darauf folgt am 19. November der Investor Day in London, bei dem die Geschäftsführung weitere Einblicke in die langfristige Wertschöpfungsstrategie geben dürfte. Analystenseitig gab es im August eine Kaufempfehlung von Sphene Capital. Bereits im Juni hatte Warburg Research das Kursziel zwar reduziert, die positive Einstufung jedoch ebenfalls beibehalten.
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