Mutares Aktie: Rückzug aus dem Autogeschäft

Mutares gibt Cimos an das Management ab und verringert sein Engagement im Autosegment. Zum Kaufpreis macht die Beteiligungsgesellschaft keine Angaben.

Die Kernpunkte:
  • Cimos wechselt zum bisherigen Management
  • Vero Automotive unterstützt die Transaktion
  • Cimos beschäftigt rund 1.350 Mitarbeiter
  • Weitere Automotive-Verkäufe bleiben offen

Mutares trennt sich von einem weiteren Baustein seiner Automotive-Plattform. Die Beteiligungsgesellschaft hat ihr Portfoliounternehmen Cimos an das bestehende Management verkauft, unterstützt vom Investor Vero Automotive. Auffällig dabei: Über den Kaufpreis schweigt sich die Münchner Firma aus.

Cimos stellt Aluminium- und Eisengussteile sowie mechanisch bearbeitete Komponenten für die Automobilindustrie her – von Turboladern bis zu Leichtbaulösungen für Fahrwerk und Bremssysteme. Das Unternehmen beschäftigt rund 1.350 Mitarbeiter an Standorten in Slowenien, Kroatien, Serbien sowie Bosnien und Herzegowina und setzt jährlich etwa 120 Millionen Euro um.

Strategische Neuausrichtung statt Gewinnmeldung

Seit der Übernahme 2022 war Cimos Teil der Automotive-Plattform FerrAl United und profitierte dort von gebündelter Beschaffung und Know-how-Transfer. Mit dem Exit reduziert Mutares nun gezielt sein Engagement im Automotive & Mobility-Segment – eine Formulierung, die CIO Johannes Laumann selbst so wählte.

Bemerkenswert ist, was in der offiziellen Mitteilung fehlt: Anders als bei früheren Exits verzichtet Mutares diesmal auf jede Aussage zum erzielten Gewinn oder zu üblichen Ziel-Parametern. Diese Zurückhaltung lässt sich als Hinweis darauf lesen, dass die Transaktion finanziell nicht im gewohnten Rahmen lief – bestätigt wird das allerdings nicht.

Portfoliobereinigung mit Signalwirkung

Für die laufende Exit-Strategie von Mutares ist der Cimos-Verkauf ein weiterer Baustein im aktiven Portfoliomanagement. Die Automobilzulieferbranche steckt seit Jahren in einem strukturellen Umbruch zwischen Elektrifizierung und Kostendruck – ein Umfeld, das die Bewertung von Portfoliounternehmen in diesem Segment erschwert.

Für das bisherige Cimos-Management eröffnet der Rückzug von Mutares eine neue Eigentümerstruktur unter direkter Kontrolle derjenigen, die den Betrieb am besten kennen. Ob weitere Beteiligungen aus dem Automotive-Bereich folgen, bleibt offen – die Formulierung von einer „gezielten Reduzierung“ des Engagements deutet aber darauf hin, dass Cimos nicht der letzte Schritt in diese Richtung gewesen sein dürfte.

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