Mutares Aktie: Überraschend unsicher

Der SDAX-Konzern meldet Rekordergebnisse für 2025, verfehlt jedoch eine Finanzkennzahl bei zwei Anleihen. Ein Abstimmungsverfahren mit Gläubigern läuft, während die operative Performance stark bleibt.

Die Kernpunkte:
  • Technischer Covenant-Bruch bei zwei Nordic Bonds
  • Umsatz und EBITDA erreichen neue Rekordwerte
  • Abstimmung mit Anleihegläubigern bis Anfang April
  • Größte Akquisition der Firmengeschichte angekündigt

Rekorderlöse auf der einen Seite, ein technischer Covenant-Bruch auf der anderen: Mutares liefert zum Jahresabschluss 2025 ein widersprüchliches Bild. Seit gestern läuft ein formelles Abstimmungsverfahren mit den Anleihegläubigern — und die Aktie verlor heute rund 7 Prozent.

Was hinter dem Anleihe-Problem steckt

Der SDAX-Konzern hat bei zwei Nordic Bonds — einem 250-Millionen-Euro-Papier aus 2023 und einem 300-Millionen-Euro-Papier aus 2024 — eine in den Anleihebedingungen verankerte Finanzkennzahl zum 31. Dezember 2025 nicht eingehalten. Konkret geht es um das Verhältnis von Nettoverschuldung zu Eigenkapital. Ausschlaggebend waren gestiegene Leasingverbindlichkeiten, Bewertungseffekte sowie weniger Transaktionen mit positiven Eigenkapitaleffekten im vierten Quartal.

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Operativ ist das Unternehmen nicht in Schieflage. Es handelt sich um einen sogenannten technischen Covenant-Bruch — ein Phänomen, das bei wachstumsstarken Beteiligungsgesellschaften mit aktivem M&A-Kalender auftreten kann, wenn Bilanzkennzahlen kurzfristig durch große Akquisitionen unter Druck geraten.

Gläubiger entscheiden bis Anfang April

Mutares bittet seine Anleihegläubiger nun um zweierlei: den Verzicht auf die Einhaltung der Kennzahl für das Geschäftsjahr 2025 sowie die Aussetzung der Überprüfung bis Ende Juni 2026. Als Gegenleistung bietet das Unternehmen eine Gebühr von 1,50 Prozent des jeweiligen Nominalvolumens an, sofern die notwendige Zustimmung erreicht wird. Die Abstimmungsfrist endet am 1. April 2026, die Zustimmung erwartet der Vorstand bis zum 5. April.

Für die Normalisierung der Kennzahl setzt Mutares auf bereits unterzeichnete Großakquisitionen. Allen voran die im Januar 2026 vereinbarte Übernahme des Engineering-Thermoplastics-Geschäfts von SABIC — mit rund 2 Milliarden Euro Jahresumsatz die größte Akquisition der Unternehmensgeschichte.

Starke Zahlen als Fundament

Das operative Fundament bleibt solide. Der Konzernumsatz stieg 2025 auf 6,5 Milliarden Euro, das EBITDA kletterte von 117 auf 733 Millionen Euro. Für 2026 prognostiziert der Vorstand einen Umsatz zwischen 7,9 und 9,1 Milliarden Euro sowie einen Jahresüberschuss der Holding von bis zu 200 Millionen Euro. Bis 2030 soll das Nettoergebnis jährlich um 25 Prozent wachsen.

Dass Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder zusammen rund 36 Prozent der Aktien halten, unterstreicht das Eigeninteresse des Managements an einem positiven Ausgang. Die Abstimmung der Gläubiger bis Anfang April dürfte die kurzfristige Kursentwicklung des Titels maßgeblich prägen.

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