Mutares Aktie: Zwei-Milliarden-SABIC-Deal soll Covenant retten

Mutares muss bis Ende Juni eine verletzte Anleihenkennzahl reparieren. Buchgewinne aus Akquisitionen und Schuldenabbau sollen die Bilanz entlasten.

Die Kernpunkte:
  • Frist zur Bilanzsanierung Ende Juni
  • Buchgewinne aus Großakquisitionen geplant
  • Anleihevolumen soll auf 300 Millionen sinken
  • Operatives Geschäft dreht ins Plus

Der Beteiligungskonzern Mutares steht unter Zeitdruck. Bis Ende Juni muss das Unternehmen eine verletzte Anleihenkennzahl reparieren. Das Management zeigt sich zuversichtlich, die Vorgabe zu schaffen. Die Aktie notierte am Freitag bei 28,65 Euro und legte um 1,6 Prozent zu.

Rettungsplan mit zwei Säulen

Ende 2025 hatte Mutares eine wichtige Finanzkennzahl seiner ausstehenden Anleihen gerissen. Die Gläubiger gewährten Aufschub bis Ende Juni 2026. Nun sollen zwei Hebel die Bilanz entlasten.

Erstens: Hohe Buchgewinne aus den jüngsten Akquisitionen. Mutares setzt vor allem auf die Übernahme von Wärtsilä Gas Solutions und des SABIC-ETP-Geschäfts. Der SABIC-Deal ist mit einem Umsatzvolumen von zwei Milliarden Euro der größte in der Unternehmensgeschichte – und etabliert ein neues Chemiesegment.

Zweitens: Schuldenabbau. Mutares will das Anleihevolumen von 385 auf maximal 300 Millionen Euro senken. Dazu kauft die Gesellschaft quartalsweise Anleihen im Wert von mindestens 25 Millionen Euro zurück.

Operative Wende im ersten Quartal

Das operative Geschäft lieferte erste positive Signale. Der Umsatz stieg auf 1,68 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA drehte mit 11,1 Millionen Euro deutlich ins Plus.

Für das Gesamtjahr 2026 rechnet Mutares mit einem Umsatz zwischen 7,9 und 9,1 Milliarden Euro. Der Jahresüberschuss der Holding soll bei 165 bis 200 Millionen Euro liegen.

Kurs bleibt unter Druck

Trotz der Fortschritte zeigt sich der Aktienkurs verhalten. Er liegt rund 22 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 36,75 Euro. Vom Tief bei 23,30 Euro im April 2026 hat sich die Aktie immerhin um 23 Prozent erholt.

Die Hauptversammlung ist für Juli 2026 anberaumt. Bis dahin dürfte klar sein, ob die Bilanzsanierung gegriffen hat. Die Frist endet in gut zwei Wochen.

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