N-Able Aktie: Misstrauen gegenüber KI

Eine N-able-Studie zeigt mehr KI-Einsatz, aber geringe Zustimmung zu autonomer Abhilfe und häufige Störungen durch Sicherheitsalarme.

Die Kernpunkte:
  • 81 Prozent bauten KI-Sicherheit deutlich aus
  • Nur 24,5 Prozent vertrauen autonomer Abhilfe
  • Mehr Sicherheitsmeldungen belasten die Vorfallreaktion
  • N-able nutzt Studienergebnisse zur Angebotspositionierung

Künstliche Intelligenz hält in der IT-Sicherheit Einzug, doch das Vertrauen hinkt hinterher. Das zeigt eine neue Studie, die N-able heute veröffentlicht hat. Für das Unternehmen ist sie zugleich ein Argument in eigener Sache.

Adoption schlägt Vertrauen

Der „AI Fog Report“ stützt sich auf eine Befragung von 595 Sicherheitsentscheidern und -praktikern in den USA und Großbritannien. 81 Prozent der Organisationen haben den Einsatz KI-gestützter Sicherheitswerkzeuge im vergangenen Jahr deutlich ausgebaut. Weitere 16,5 Prozent planen das für die kommenden zwölf Monate.

Volles Vertrauen in autonome KI-Abhilfe ohne menschliche Kontrolle haben dagegen nur 24,5 Prozent. Bevor sie der Technik freie Hand lassen, verlangen 62,7 Prozent vollständige Erklärbarkeit, 59,8 Prozent eine eingebaute Möglichkeit zum menschlichen Eingreifen.

Auffällig: 87,1 Prozent haben für KI-Tools zumindest kleinere Ausnahmen bei ihren Sicherheitsrichtlinien gemacht. Nur 51,9 Prozent führen ein vollständiges Inventar der eingesetzten KI-Anwendungen.

Alarmflut als Kernproblem

Die Zahl der Sicherheitsmeldungen ist für 86,1 Prozent der Befragten gestiegen, bei knapp einem Viertel um mehr als die Hälfte. Als häufigste Ursache nennen die Teilnehmer zusätzliche Erkennungswerkzeuge. Rund jeder Vierte macht Angreifer verantwortlich, die mit KI schneller zuschlagen.

84,5 Prozent sahen im vergangenen Jahr einen bestätigten oder vermuteten KI-gestützten Angriff. Für 54,8 Prozent stört das Alarmrauschen die Reaktion auf Vorfälle täglich oder mehrmals pro Woche. Größte Qualitätsprobleme sind doppelte Meldungen überlappender Tools und KI-Alarme ohne ausreichenden Kontext.

Die Studie schließt daraus, dass Unternehmen bei der Schichtung von KI auf bestehende Systeme an abnehmende Erträge stoßen. Nur 41 Prozent sind sehr zuversichtlich, dass ihre Infrastruktur ohne grundlegenden Umbau mithalten kann.

Positionierung des Anbieters

N-able nutzt die Ergebnisse, um sein Angebot zu schärfen. Brendan Griffin, Director of Threat Research, betont, mehr KI bedeute nicht automatisch mehr Sicherheit. Gefragt sei Technik, die Komplexität senkt und Kontext liefert. Das Unternehmen schützt nach eigenen Angaben mehr als 500.000 Organisationen weltweit.

Eine direkte Kursreaktion blieb zunächst aus. Die Aktie schloss am Mittwoch bei 4,44 Dollar, ein Minus von knapp zwei Prozent. Die Studie ist Marketing mit Substanz, aber keine Geschäftszahl. Konkrete Impulse für die Bewertung müssen daher von den nächsten Quartalsergebnissen kommen, deren Termin noch aussteht.

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