NAC Kazatomprom Aktie: Produktion steigt auf 13.291 Tonnen
Kazatomprom steigert Uranförderung im ersten Halbjahr um 9 Prozent und erhöht die Kapitalrückführung. Der Aktienkurs reagiert mit einem Plus von über sechs Prozent.

- Uranförderung um neun Prozent gesteigert
- Dividende für 2025 vollständig ausgeschüttet
- Realisierte Uranpreise steigen um 17 Prozent
- Aktienkurs legt um 6,18 Prozent zu
Der kasachische Bergbaugigant NAC Kazatomprom hat heute seine operativen Ergebnisse für das zweite Quartal und das erste Halbjahr 2026 veröffentlicht. Das Unternehmen, das als weltweit größter Uranproduzent gilt, verzeichnete in den ersten sechs Monaten des Jahres einen deutlichen Anstieg der Fördermengen. Parallel dazu treibt der Konzern seine Kapitalrückführungen an die Aktionäre voran und profitiert von einem weiterhin robusten Preisumfeld am globalen Uranmarkt. An der Börse lösten die Neuigkeiten eine deutliche Kursreaktion aus: Das Papier legt heute um 6,18 % zu und notiert bei 58,40 €.
Produktionsplus und Ausblick für das Gesamtjahr
In der ersten Jahreshälfte 2026 steigerte Kazatomprom die Uranproduktion auf 100-Prozent-Basis um 9 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Insgesamt wurden 13.291 Tonnen Uran (tU) gefördert. Allein auf das zweite Quartal entfielen dabei 7.147 tU, was einer Steigerung von 8 % im Vergleich zum Vorjahresquartal entspricht. Die dem Konzern direkt zuzurechnende Produktion stieg in beiden Berichtszeiträumen sogar um jeweils 10 % an.
Trotz der gestiegenen Fördermengen fielen die Verkaufszahlen der Gruppe im ersten Halbjahr mit 7.586 tU stabil aus, während die spezifischen Verkäufe der Kernmarke Kazatomprom um 13 % auf 6.083 tU zurückgingen. Medienberichten zufolge ist dieser Rückgang primär auf den Zeitpunkt von Lieferungen und vertragliche Gestaltungen zurückzuführen. Für das Gesamtjahr 2026 hält das Management an seinen Prognosen fest: Die angestrebte Fördermenge liegt weiterhin in einer Spanne zwischen 27.500 und 29.000 Tonnen Uran. Die Erreichung dieser Ziele bleibt jedoch von der stabilen Versorgung mit Schwefelsäure abhängig, einem kritischen Hilfsstoff für die Gewinnung im In-situ-Leaching-Verfahren.
Erhöhte Realisierungspreise und Dividendenabschluss
Finanziell profitierte das Unternehmen maßgeblich von der Preisentwicklung am Rohstoffmarkt. Der durchschnittliche Spotpreis für Uran lag im ersten Halbjahr 2026 bei 85,98 US-Dollar pro Pfund, was einem Anstieg von etwa 24 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Kazatomprom konnte im zweiten Quartal einen durchschnittlich realisierten Preis von 70,79 US-Dollar pro Pfund für die Gruppe erzielen – ein Plus von 17 %. Da der Konzern den Großteil seiner Produktion über langfristige Verträge absetzt, folgt der realisierte Preis den Spotmarktentwicklungen üblicherweise mit einer zeitlichen Verzögerung.
Für die Anleger markierte der vergangene Monat zudem den Abschluss der Gewinnbeteiligung für das Geschäftsjahr 2025. Wie das Unternehmen bestätigte, wurde am vergangenen Mittwoch die Dividendenausschüttung in Höhe von insgesamt 335,16 Milliarden Tenge (KZT) abgeschlossen. Großaktionär bleibt weiterhin die staatliche Holding Samruk-Kazyna, die rund 75 % der Anteile an Kazatomprom hält. Trotz des heutigen Kurssprungs notiert der Wert mit 58,40 € noch immer rund 2,98 % unter seinem gleitenden Durchschnitt der letzten 50 Tage, was die volatile Seitwärtsbewegung der vergangenen Monate unterstreicht.
Geopolitische Impulse für den Uranmarkt
Das Marktumfeld für kasachisches Uran wird derzeit von massiven Investitionsprogrammen in westlichen Industrienationen gestützt. Laut Berichten hat das US-Energieministerium Kredite in Höhe von 17,5 Milliarden US-Dollar für die nukleare Lieferkette und den Bau neuer Reaktoren genehmigt. Gleichzeitig schränken Sanktionen gegen russisches Uran, wie das bereits im Mai in Kraft getretene Importverbot des Vereinigten Königreichs, das Angebot für westliche Energieversorger ein.
Kasachstan, das über etwa 15 % der weltweiten Uranreserven verfügt, baut seine Position als strategischer Partner weiter aus. Neben der Rohstoffförderung rücken auch Infrastrukturprojekte in den Fokus: Jüngste Abkommen zwischen Kasachstan und Russland über den Bau von Kernkraftwerken im Wert von über 14 Milliarden US-Dollar verdeutlichen die Ambitionen der Region, die Wertschöpfungskette im Nuklearsektor zu erweitern. Für Kazatomprom bedeutet dies eine langfristig gesicherte Nachfrage in einem Umfeld, das zunehmend von der Abkehr von fossilen Energieträgern und der Suche nach grundlastfähigen Alternativen geprägt ist.
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