NASDAQ 100: 463 Punkte tiefer nach Inflationsdaten

Neue Inflationsdaten und höhere Anleiherenditen setzen den Tech-Index unter Druck. Besonders Chipwerte wie Nvidia und Applied Materials geben nach.

Die Kernpunkte:
  • Importpreise steigen stärker als erwartet
  • Rendite zehnjähriger US-Anleihen auf Höchststand
  • Chipwerte wie Nvidia und Qualcomm fallen
  • Figma legt nach Rekordumsatz deutlich zu

Der Nasdaq 100 verliert vorbörslich deutlich an Boden. Nach dem Rekordlauf vom Vortag kippt die Stimmung am Freitag rasch ins Defensive, weil neue Inflationsdaten und steigende Renditen die Fantasie für Tech-Aktien bremsen.

Vor allem die Kombination aus höherem Importpreisindex, teurerem Öl und einem festeren Dollar setzt den Index unter Druck. Kein Wunder: Wenn die Zinsen steigen, geraten die Bewertungen wachstumsstarker Konzerne schnell ins Wanken.

Inflation trifft auf hohe Bewertungen

Der US-Importpreisindex legte im April um 0,7 Prozent zu. Erwartet worden waren nur 0,5 Prozent. Parallel dazu sprang Brent-Öl um 3,3 Prozent auf 109,28 Dollar je Barrel, nachdem die Spannungen im Nahen Osten zugenommen hatten.

Auch die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe zog an und erreichte 4,54 Prozent. Das ist das höchste Niveau seit Mitte 2025. Für den Tech-Sektor ist das ein problematisches Signal, weil künftige Gewinne bei höheren Zinsen weniger wert sind.

Der Nasdaq 100 wurde zuletzt zusätzlich von der KI-Euphorie getragen. Nach dem Rekordschluss bei 29.580,30 Punkten am Vortag kommt nun die Gegenbewegung. Vorbörslich wird der Index rund 463 Punkte tiefer indiziert.

Chipwerte drehen nach unten

Besonders deutlich trifft es die Halbleiterwerte, die gestern noch zu den Treibern der Rally zählten. Applied Materials fällt vorbörslich um 3,1 Prozent, obwohl der Konzern im zweiten Quartal die Erwartungen übertroffen hat. Der Markt reagiert auf den vorsichtigen Ausblick für das dritte Quartal.

Nvidia verliert 2,6 Prozent. Die Aktie kommt damit auch von der jüngsten Rekordbewertung zurück. Qualcomm rutscht um 4,8 Prozent ab, nachdem Berichte über schärfere Exportbeschränkungen die Runde machten.

Unter den Gewinnern fällt Figma auf. Die Aktie steigt um 10,9 Prozent, nachdem das Unternehmen für das erste Quartal Rekordumsatz gemeldet und die Umsatzprognose für 2026 angehoben hat. Dexcom legt um 2,0 Prozent zu, nachdem das Unternehmen eine Umbildung des Verwaltungsrats mit Elliott Investment Management angekündigt hat.

Technik und Absicherung

Auch technisch wirkt der Index ausgereizt. Der Nasdaq 100 liegt rund 6 Prozent über dem 20-Tage-Durchschnitt. Der 14-Tage-RSI kletterte gestern auf 68,44 und signalisiert nach dem Ausbruch erste Ermüdung.

Die nächste wichtige Marke liegt bei 29.580 Punkten, dem gestrigen Hoch. Darunter gilt die Zone um 29.000 Punkte als erste Unterstützung. Fällt der Index tiefer, rückt der Bereich zwischen 28.660 und 28.480 Punkten in den Blick.

Absicherung nimmt zu

Parallel dazu steigt die Vorsicht institutioneller Anleger. Das Put/Call-Verhältnis lag am Donnerstag bei 0,77, vorbörslich nimmt die Nachfrage nach Absicherungen zu. Am Optionsmarkt konzentriert sich Interesse auf Put-Positionen mit Laufzeit im Juni und einem Strike bei 29.500 Punkten.

Hinzu kommt ein hawkisherer Zinsausblick. Swap-Märkte preisen inzwischen eine 40-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung der Fed bis Dezember ein. Vor einer Woche lag dieser Wert noch bei 16 Prozent. Der Dollar-Index steigt auf 99,28 und belastet damit die internationalen Tech-Schwergewichte zusätzlich.

Der Freitag dürfte damit vor allem ein Realitätscheck für den Rekordlauf von gestern werden. Solange die Renditen hoch bleiben und die Inflationssorgen nicht nachlassen, bleibt der Nasdaq 100 anfällig für weitere Gewinnmitnahmen.

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