Nasdaq 100: Aufbruch zu Rekorden
Der Nasdaq 100 hat sich aus seiner Seitwärtsbewegung gelöst und steuert auf Rekordstände zu. Der Aufschwung wird von Software- und Mega-Caps angeführt, während sich das makroökonomische Umfeld als gemischt erweist.

- Technischer Durchbruch aus mehrwöchiger Konsolidierung
- Starke Nachfrage nach etablierten Software- und Tech-Werten
- Gemischtes Bild mit Gewinnern wie Apple und Verlierern wie Intel
- Blick richtet sich auf anstehende Quartalsberichte der Tech-Giganten
Der Nasdaq 100 hat sich aus seiner wochenlangen Seitwärtsphase befreit und nimmt erneut Kurs auf historische Höchststände. Auslöser ist eine klare Verschiebung der Anlegerstimmung hin zu großen Tech-Werten – und das ausgerechnet zu Beginn einer entscheidenden Berichtssaison. Wie stabil ist dieser Ausbruch, wenn gleichzeitig neue Zoll-Drohungen und wichtige Notenbanksignale im Raum stehen?
Der Ausbruch aus der Seitwärtszone
Nach rund sieben Wochen Konsolidierung hat der Nasdaq 100 gestern einen technischen Befreiungsschlag nach oben geschafft und einen zuvor hartnäckigen Widerstandsbereich überwunden. Der Index schloss am Montag bei 25.713 Punkten und bewegt sich damit in unmittelbarer Nähe zu seinen Rekordständen; vom 52‑Wochen-Hoch ist er aktuell nur rund 1,4 % entfernt.
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Charakteristisch für den jüngsten Schub ist eine klare „Flucht in Qualität“ innerhalb des Technologiesektors. Kapital fließt vor allem in wachstumsstarke, etablierte Tech-Konzerne, während der breitere Markt unter der schärfer werdenden handelspolitischen Rhetorik leidet – insbesondere wegen neuer Zoll-Drohungen gegenüber Südkorea und Kanada.
Die Markttiefe spricht ebenfalls für eine breitere Erholung: Der Anteil der Nasdaq‑100‑Werte, die über ihrer 20‑Tage-Linie notieren, ist deutlich gestiegen. Das signalisiert, dass nicht nur einzelne Schwergewichte laufen, sondern sich der Aufwärtstrend auf mehr Schultern verteilt.
Bemerkenswert: Trotz des Kursanstiegs bleibt die Volatilität vergleichsweise niedrig. Das deutet eher auf schrittweisen Aufbau größerer Positionen durch professionelle Adressen hin als auf kurzfristige Spekulation.
Software und Mega-Caps geben den Takt vor
Die Rally im Nasdaq 100 ist klar von Software- und Konsumententechnologie getrieben, während Teile des Chip-Sektors zurückbleiben.
Zu den auffälligen Gewinnern zählen:
- Atlassian (TEAM) mit kräftigen Kursgewinnen und anhaltender Stärke vor Börsenstart – ein wichtiger Taktgeber im Softwarebereich.
- Datadog (DDOG) mit einem deutlichen Plus, was die Risikobereitschaft in hoch bewerteten Cloud-Werten unterstreicht.
- Apple (AAPL) mit einem spürbaren Anstieg im Vorfeld der Quartalszahlen am 29. Januar – hier sorgt vor allem Kaufinteresse institutioneller Investoren für Rückenwind.
- Meta Platforms (META) ebenfalls mit einem soliden Aufschlag, der den Index vor dem morgigen Zahlenvorlage-Termin zusätzlich stützt.
Auf der anderen Seite bremsen einzelne Schwergewichte die Dynamik:
- Intel (INTC) leidet unter einem deutlichen Rückgang und belastet damit den Halbleiterbereich.
- Tesla (TSLA) notiert spürbar schwächer und entkoppelt sich damit von der allgemeinen Tech-Stärke, vor allem vor dem Hintergrund zunehmender Konkurrenzsorgen im E‑Auto-Markt.
- Im weiteren Markt sorgt der starke Kursrutsch bei US-Krankenversicherern wegen Streit um Medicare-Erstattungssätze für schlechte Stimmung in Teilen des Gesundheitssektors, ohne die Tech-Schwergewichte bislang ernsthaft zu treffen.
Unterm Strich zeigt sich: Der Anstieg im Nasdaq 100 ist nicht flächendeckend, sondern von klaren Favoriten und Verlierern geprägt – ein klassisches Bild einer Sektorrotation.
Technisches Bild: Widerstand wird zur Unterstützung
Charttechnisch hat der Index ein klares Kaufsignal geliefert. Mit dem Durchbruch durch die Widerstandszone um 25.760 bis 25.830 Punkte wurde eine mehrwöchige Seitwärtsrange nach oben verlassen – ein Muster, das in der Regel für Anschlusskäufe spricht.
Wichtige Marken im Überblick:
- Widerstand nach oben:
- Kurzfristig rückt der Bereich um 26.107 Punkte in den Fokus.
Darüber wartet der Rekordbereich um 26.290 Punkte als nächste Zielzone.
Unterstützungen nach unten:
- Der überwundene Bereich um 25.760 Punkte fungiert nun als erste wichtige Unterstützung.
- Darunter gilt der Bereich um den 50‑Tage-Durchschnitt (aktuell knapp unter 25.500 Punkten) als kritische Marke für die Bullen.
Der RSI auf 14‑Tage-Basis liegt mit 55,2 im neutralen, aber aufwärtsgerichteten Bereich. Das bestätigt den frischen Aufwärtstrend, ohne bereits auf ein überkauftes Niveau hinzuweisen. Gleichzeitig liegt der Index moderat über seinem 200‑Tage-Durchschnitt, was den übergeordneten Aufwärtstrend unterstreicht, ohne in Überhitzungszonen vorzudringen.
Makro-Umfeld: Gemischt, aber wachstumsfreundlich
Fundamental trifft der Ausbruch auf ein Umfeld, das Wachstumswerte aktuell eher unterstützt:
- Renditen: Die Rendite der 10‑jährigen US‑Staatsanleihe ist leicht auf 4,23 % gestiegen – eigentlich ein moderater Gegenwind für Tech, der Markt blendet das aber derzeit zugunsten der Gewinnfantasie aus.
- Währung: Der US‑Dollarindex (DXY) notiert nahe Viermonatstiefs und sendet ein technisches Verkaufssignal. Ein schwächerer Dollar verbessert typischerweise die Ertragsaussichten international aufgestellter Technologiekonzerne.
- Rohstoffe: Gold bleibt auf erhöhtem Niveau, was auf anhaltende Unsicherheit in Teilen des Marktes schließen lässt, während der Ölpreis auf einem Niveau verharrt, das keinen zusätzlichen Inflationsdruck signalisiert.
Hinzu kommen kurzfristige Datenpunkte: Im Tagesverlauf wird ein Verbrauchervertrauensindex veröffentlicht, zudem rückt die anstehende Zinsentscheidung der US‑Notenbank näher. Beides kann die Volatilität temporär erhöhen, ändert aber am aktuellen Fokus der Anleger auf Unternehmensgewinne vorerst wenig.
Ausblick: Big Tech als nächster Prüfstein
Für die nächsten Tage ist der Blick klar auf die Quartalsberichte der großen Tech-Konzerne gerichtet. Microsoft und Meta eröffnen die Reihe bereits morgen, Apple folgt am 29. Januar. Diese Konzerne haben wegen ihres hohen Indexgewichts das Potenzial, den jüngsten Ausbruch zu bestätigen – oder ihn schnell wieder zu relativieren.
Charttechnisch gilt: Ein Tagesschluss oberhalb von 26.000 Punkten würde das Kaufsignal weiter untermauern und den Weg in Richtung Rekordstände um 26.290 Punkte ebnen. Kurzfristige Rückläufe in den Bereich um 25.800 Punkte wären in diesem Szenario eher als Belastungstest der neuen Unterstützungszone zu werten, solange der Index klar über dem überwundenen Widerstandsbereich und dem 50‑Tage-Durchschnitt bleibt.
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