NASDAQ 100: Baustopp-Drohung bleibt?

Der Index legte um 1,8 Prozent zu; politische Unsicherheit um Rechenzentren und robuste US-Beschäftigung halten die Risiken hoch.

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Die Kernpunkte:
  • Nasdaq 100 steigt am Freitag um 1,8 Prozent
  • Chipaktien tragen zur Erholung bei
  • Baupausen betreffen angekündigte Rechenzentrumskapazitäten
  • Oktober bringt 165.000 neue US-Stellen

Der Nasdaq 100 hat sich am Freitag erholt, bleibt aber mit politischen Risiken und neuen Zinssorgen konfrontiert. Der Index gewann 1,8%, getragen von einer Gegenbewegung bei Chipaktien. Laut Reuters reichte die Erholung nicht aus, um die kräftigen Wochenverluste auszugleichen. Für Anleger stehen damit weiterhin die Bedingungen für den Ausbau der KI-Infrastruktur im Mittelpunkt.

Trendfolgende Fonds verstärken den Rückschlag

Der Ausverkauf am Donnerstag hatte mehrere Treiber. Reuters führte ihn auf Befürchtungen zurück, dass der Wahlerfolg der Demokraten bei den Zwischenwahlen eine strengere Regulierung künstlicher Intelligenz nach sich ziehen könnte. Hinzu kam die Sorge vor einem langsameren Bau von Rechenzentren.

Bloomberg berichtete zudem, dass Verkäufe trendfolgender Fonds den Rückgang verstärkten. Damit trafen politische Neubewertungen auf zusätzlichen Verkaufsdruck aus systematischen Anlagestrategien. Die Stärke des Rückschlags erklärt sich folglich sowohl aus den Sorgen um die KI-Infrastruktur als auch aus einer Verstärkung der Marktbewegung durch diese Fonds.

Die Erholung der Chipwerte am Freitag setzte an diesem zuvor besonders belasteten Teil des Marktes an. Für eine nachhaltigere Stabilisierung spricht sie allerdings nur, sofern die politischen und geldpolitischen Belastungen nachlassen.

Rechenzentren als politischer Unsicherheitsfaktor

Wie konkret die Bedenken beim Infrastrukturausbau sind, verdeutlichte ein Bloomberg-Bericht vom Freitag: Rund 40% der geplanten US-Rechenzentrumskapazität entfallen auf Bundesstaaten, deren neu gewählte Gouverneure einen Baustopp oder eine Baupause angekündigt haben.

Für die Bewertung des KI-Wachstums ist entscheidend, ob diese Ankündigungen tatsächlich in entsprechende Maßnahmen münden. Bis dahin belasten sie die Planungssicherheit. Die Aussicht auf strengere Regulierung und mögliche Baupausen verbindet somit zwei Risiken: zusätzliche Vorgaben für KI und Einschränkungen beim Ausbau der dafür vorgesehenen Infrastruktur.

Arbeitsmarkt verschärft das Zinsrisiko

Parallel dazu lieferte der US-Arbeitsmarkt am Freitag einen weiteren Belastungsfaktor. Im Oktober entstanden laut Reuters 165.000 Stellen außerhalb der Landwirtschaft; erwartet worden waren 65.000. Die Arbeitslosenquote sank auf 4,1%.

Der stärkere Beschäftigungsbericht schürte Sorgen vor weiteren Zinserhöhungen der Federal Reserve. Damit steht die Gegenbewegung im Nasdaq 100 unter einer doppelten Bedingung: Politische Eingriffe dürfen die Infrastrukturpläne nicht stärker beeinträchtigen, während die robuste Beschäftigung den geldpolitischen Druck erhöhen könnte. Die Erholung trifft somit weiterhin auf konkrete Belastungsfaktoren für die Wachstumserwartungen.

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