NASDAQ 100: Big-Tech-Bewährungsprobe!
Alphabet, Microsoft und Amazon legen kommende Woche Zahlen vor; Anleger achten auf KI-Ausgaben, Mittelzuflüsse und die Zinsentscheidung der Fed.

- Nasdaq 100 schloss nahezu unverändert
- Meta hob Investitionsuntergrenze auf 135 Milliarden Dollar
- Alphabet und Microsoft berichten am Mittwoch
- Fed-Zinsentscheid steht ebenfalls am Mittwoch an
Der Nasdaq 100 geht nach dem Technologieausverkauf in eine wichtige Bewährungsprobe: In der kommenden Woche berichten Alphabet, Microsoft und Amazon. Ihre Ergebnisse müssen zeigen, wie sich die hohen KI-Investitionen auf Wachstum und Mittelzuflüsse auswirken. Gleichzeitig steht die Zinsentscheidung der US-Notenbank an. Damit rücken Unternehmensfinanzierung und Geldpolitik zugleich in den Mittelpunkt.
Gestern schloss der Index bei 28.957,53 Punkten und damit nahezu unverändert bei einer Tagesveränderung von -0,004%. Nach den Turbulenzen vom Donnerstag signalisiert das zunächst eine Beruhigung, aber noch keine Erholung.
Finanzierung wird zum Prüfstein
Auslöser der jüngsten Verkaufswelle waren Metas Pläne, Hunderte Milliarden US-Dollar für künstliche Intelligenz aufzubringen. Laut Financial Times suchten Anleger daraufhin Sicherheit in US-Staatsanleihen. Die Reaktion verdeutlicht den veränderten Maßstab: Wachstum allein genügt vielen Investoren nicht mehr. Sie hinterfragen stärker, wie Unternehmen den Ausbau finanzieren und wann daraus ausreichende Erträge entstehen.
Meta erhöhte die Untergrenze seiner Investitionsprognose für 2026 auf 135 Milliarden US-Dollar. Die Obergrenze blieb bei 145 Milliarden US-Dollar. CNBC zufolge wurde zugleich der freie Mittelzufluss im berichteten Quartal negativ.
Damit betrifft die Debatte nicht nur die Höhe der Ausgaben. Auch die Finanzierungsform gewinnt für Aktionäre an Bedeutung. Axios berichtet, dass Meta eine neue Aktiengattung zur Kapitalaufnahme schafft, ohne Mark Zuckerbergs Kontrolle zu schwächen. Eine Ausgabe könnte bestehende Aktionäre wirtschaftlich verwässern. Zusätzliche Anleihen würden dagegen Kosten und Risiken erhöhen.
J.P. Morgan sieht besonders spezialisierte KI-Cloud-Anbieter als anfällig an. Hohe Vorabinvestitionen treffen dort auf Verschuldung, Kundenkonzentration und schnell veraltende Grafikprozessoren. Bislang erkennt das Haus allerdings nur begrenzte Ansteckungseffekte auf Schuldner mit besserer Bonität. Schwächere Auslastung, sinkende Preise oder nachlassende Kundenverträge wären aus Sicht der Analysten Warnsignale.
Quartalszahlen und Fed setzen den Rahmen
Laut Reuters legen Alphabet und Microsoft am kommenden Mittwoch ihre Ergebnisse vor. Amazon folgt am Donnerstag. Für den Nasdaq 100 liefern diese Berichte neue Anhaltspunkte dafür, ob die Nachfrage den weiteren KI-Ausbau trägt und welche Belastungen daraus für die Finanzierung entstehen.
Die Messlatte liegt dabei nicht ausschließlich beim Umsatz. Metas Kursreaktion trotz übertroffener Umsatz- und bereinigter Gewinnerwartungen zeigt, wie stark Investoren inzwischen auf Investitionspläne und freie Mittelzuflüsse achten. Entsprechende Aussagen der nächsten Unternehmen dürften deshalb besonderes Gewicht erhalten.
Am Mittwoch entscheidet außerdem die Fed über die Zinsen. Reuters zufolge signalisierten die Terminkontrakte gestern weniger als 10% Wahrscheinlichkeit für eine weitere Erhöhung bei dieser Sitzung. Für Dezember lag die Wahrscheinlichkeit dagegen bei rund 80%.
Eine kurzfristige Zinspause wäre damit keine Entwarnung für die Finanzierungskosten. Für den Nasdaq 100 kommt es nun darauf an, ob die anstehenden Bilanzen die Zweifel an der wirtschaftlichen Tragfähigkeit des KI-Ausbaus begrenzen können. Die bloße Aussicht auf weiteres Wachstum reicht dafür nach den jüngsten Marktreaktionen nicht aus.
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