NASDAQ 100: Chipwerte brechen unter Finanzierungsdruck ein
US-Preisdaten über den Erwartungen und Zweifel an kreditfinanzierten KI-Ausgaben setzen Halbleiteraktien und den Nasdaq 100 unter Druck.

- Nasdaq 100 verliert am Freitag 2,2 Prozent
- Mehrere große Chipwerte geraten unter Verkaufsdruck
- September-Inflation übertrifft die Erwartungen
- TSMC äußert sich vorsichtig zu 2027
Mit einer Tagesveränderung von -2,2% geriet der Nasdaq 100 am Freitag im Sog eines breiten Technologieausverkaufs unter Druck. Besonders Halbleiterwerte litten unter Sorgen über kreditfinanzierte Investitionen in künstliche Intelligenz. Unerwartet hohe US-Inflationsdaten verschärften zugleich die Befürchtung, dass höhere Finanzierungskosten diese Ausgaben erschweren könnten.
Die Verkäufe erfassten Medienberichten zufolge unter anderem Nvidia, Micron Technology, Advanced Micro Devices, Broadcom und Intel. Damit stand nicht eine einzelne Unternehmensmeldung im Mittelpunkt. Vielmehr belastete die Verbindung aus Inflationsdruck und Finanzierungsrisiken mehrere für den Index relevante Technologiewerte gleichzeitig.
Chipwerte geraten gemeinsam unter Druck
Die Breite der Verluste ist für die Einordnung entscheidend: Der Verkaufsdruck beschränkte sich weder auf einen einzelnen Chiphersteller noch auf eine isolierte Enttäuschung. Anleger stellten die Finanzierung umfangreicher KI-Investitionen stärker infrage. Höhere Kreditkosten könnten solche Vorhaben schwerer finanzierbar machen.
Zusätzlichen Gegenwind lieferte am Donnerstag Taiwan Semiconductor Manufacturing Company. Reuters zufolge äußerte sich das Unternehmen trotz eines Rekordgewinns wegen makroökonomischer Unsicherheit vorsichtig zu 2027. Das belastete die Stimmung gegenüber KI- und Halbleiteraktien zusätzlich.
Taiwan Semiconductor Manufacturing Company gehört nicht zum Nasdaq 100. Die Aussage ist deshalb als Branchenimpuls einzuordnen, nicht als unmittelbarer Ergebnisbeitrag eines Indexmitglieds. Für den Index relevant war ihre Wirkung auf die bereits angeschlagene Stimmung im Halbleitersegment.
Inflation verschärft das Finanzierungsproblem
Den Hintergrund bildeten die am Mittwoch veröffentlichten US-Verbraucherpreise. Im September stiegen sie gegenüber dem Vormonat um 0,6% und gegenüber dem Vorjahr um 3,7%. Die Kernrate legte monatlich um 0,3% zu. Die Werte lagen über den Erwartungen.
Reuters verknüpfte die Inflationsüberraschung mit erneut aufgekommenen Zinserhöhungssorgen und dem Druck auf Technologie- und KI-Aktien. Damit rückte neben den Investitionsplänen auch die Frage in den Vordergrund, zu welchen Bedingungen Unternehmen diese finanzieren können.
Am Donnerstag folgten die Erzeugerpreise mit einem weiteren Belastungssignal. Laut Reuters erhöhten sie sich im September um 1,3%; der Anstieg über zwölf Monate betrug 6,3%. Der Bericht verstärkte die Sorge vor breiterem Inflationsdruck und einer restriktiveren Geldpolitik.
Für den Nasdaq 100 treffen damit zwei Risiken zusammen: Zweifel an der Finanzierung hoher KI-Ausgaben und ein Zinsumfeld, das diese Zweifel verschärfen könnte. Die jüngsten Inflationsberichte erhöhen deshalb die Bedeutung der nächsten geldpolitischen Entscheidung der Federal Reserve für die zinssensiblen Indexmitglieder.
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