NASDAQ 100: Chipwerte drücken Index
Gewinnmitnahmen bei Halbleiterwerten drückten den NASDAQ 100; Inflationsdaten und Bankberichte stehen als nächste Impulse an.

- NASDAQ 100 verlor 0,8 Prozent
- Dow Jones gewann 0,4 Prozent
- KI-Schwergewichte bündeln gut 40 Prozent
- Adobe sank nach Wells-Fargo-Abstufung
Chipaktien bremsen den Technologieindex zum Wochenstart. Während der Dow Jones zulegt, gibt der NASDAQ 100 nach, und das trotz der guten Vorwoche. Gewinnmitnahmen bei den Halbleiterherstellern setzen den Ton.
Der Index verlor zuletzt 0,8 Prozent auf 30.634 Punkte. Der S&P 500 gab nur leicht um 0,1 Prozent auf 7.803 Punkte nach, nachdem er am Dienstag ein Rekordhoch erreicht hatte.
Der Dow Jones stieg um 0,4 Prozent auf 51.873 Punkte. Vor Handelsbeginn hatte der Broker IG den NASDAQ 100 noch mit einem Minus von lediglich 0,2 Prozent gesehen.
Wenig Impulse, viele Termine
Der Anleihemarkt bleibt wegen des Feiertags Columbus Day geschlossen, was dem Handel Orientierung nimmt. Der Iran meldete, weiterhin über Mediatoren mit den USA im Austausch zu stehen. Die Ölpreise fielen im frühen Handel leicht, drehten dann aber ins Plus. Zuletzt hatten sie die Inflation wieder angeschoben.
Entsprechend richtet sich der Blick auf die US-Inflationszahlen zur Wochenmitte. Sie sind wichtig für den geldpolitischen Kurs der US-Notenbank. Hinzu kommt die Berichtssaison, die am Dienstag mit den ersten Großbanken startet.
Etoro-Marktanalyst Maximilian Wienke verweist darauf, dass die Anleger vorsichtiger geworden seien. Bankaktien stünden seit geraumer Zeit unter Druck, ein Teil der Risiken dürfte aber bereits eingepreist sein.
KI-Konzentration auf Rekordniveau
Ein strukturelles Thema bleibt die Gewichtung der KI-Werte. Die Experten von Index Radar warnen vor einer Konzentration in historischem Ausmaß: Die zehn größten KI-Werte vereinen gut 40 Prozent der gesamten Marktkapitalisierung. Das übertrifft den bisherigen Spitzenwert des Tech-Sektors zur Zeit der Dotcom-Blase. Einzelne Schwergewichte und der übrige Markt entwickeln sich demnach weit auseinander.
Für einen Index wie den NASDAQ 100, der stark von wenigen Konzernen getragen wird, ist das relevant. Ein Rücksetzer bei den Chipwerten wirkt dort schneller auf das Gesamtbild als im breiteren S&P 500.
Einzelwerte im Blick
Zum Wochenstart bewegten Analystenurteile einzelne Titel. Adobe fiel vorbörslich um 3,1 Prozent, nachdem Wells Fargo die Aktie gleich um zwei Stufen von „Overweight“ auf „Underweight“ abgestuft hatte. Biogen legte um 3,4 Prozent zu, nachdem JPMorgan auf „Overweight“ von „Neutral“ hochgestuft hatte.
Den nächsten Test liefern die Inflationsdaten am Mittwoch. Fallen sie höher aus als erwartet, dürfte das den Druck auf die ohnehin angeschlagenen Technologiewerte erhöhen.
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