Nasdaq 100: Doppelschock belastet
Der US-Tech-Index erleidet starke Verluste nach einem unerwarteten Stellenabbau und einem historischen Ölpreisanstieg. Die Märkte fürchten nun ein Stagflationsszenario.

- US-Arbeitsmarkt verliert überraschend 92.000 Stellen
- WTI-Ölpreis steigt historisch um über 12 Prozent
- Tech-Werte wie Nvidia und Apple unter starkem Druck
- Entscheidende US-Inflationsdaten stehen in der kommenden Woche an
Der Nasdaq 100 erlebte am Freitag seine schwerste Woche seit Monaten. Ein dramatischer Einbruch am US-Arbeitsmarkt traf auf explodierende Ölpreise – eine Kombination, die Anleger in die Flucht trieb. Mit einem Wochenverlust von mehreren Prozent steht nun eine entscheidende Woche mit Inflationsdaten an.
Arbeitsmarkt bricht ein
Die US-Wirtschaft verlor im Februar 92.000 Stellen – eine Katastrophe, die selbst pessimistische Prognosen übertraf. Erwartet worden waren moderate Zugewinne von 55.000 Jobs. Noch schlimmer: Die Dezemberzahlen wurden von plus 48.000 auf minus 17.000 nach unten korrigiert. Das bedeutet: In zwei der letzten drei Monate schrumpfte die Beschäftigung.
Die Arbeitslosenquote stieg auf 4,4 Prozent. Besonders betroffen war der Gesundheitssektor, der 28.000 Stellen abbaute – nach einem Zuwachs von 77.000 im Januar. Allein Arztpraxen strichen 37.000 Jobs.
Ölpreis auf Rekordkurs
Parallel eskalierten die Spannungen im Nahen Osten. US-Präsident Trump forderte die bedingungslose Kapitulation des Iran, was die Märkte zusätzlich verunsicherte. Die Folge: Der größte Ölpreissprung in der Geschichte des WTI-Futures-Kontrakts seit 1983.
WTI-Rohöl schoss am Freitag um 12,2 Prozent auf 90,90 Dollar pro Barrel – ein Wochenplus von 35,6 Prozent. Brent-Öl kletterte auf 92,69 Dollar. Die Straße von Hormus, eine kritische Route für globale Energielieferungen, kam praktisch zum Erliegen.
Tech unter Druck
Die großen Technologiewerte trugen die Hauptlast der Verkaufswelle. Nvidia verlor 1,4 Prozent, Microsoft 0,7 Prozent. Apple gab 0,8 Prozent ab, während Alphabet und Meta jeweils über ein Prozent nachgaben. Tesla rutschte um 1,1 Prozent.
Gegen den Trend legte Marvell Technology 11 Prozent zu. Das Halbleiterunternehmen überzeugte mit starken Quartalszahlen, getrieben durch KI-Nachfrage. Marvell meldete bereinigte Gewinne von 80 Cent je Aktie bei Umsätzen von 2,22 Milliarden Dollar.
Energieaktien profitierten vom Ölpreisanstieg. Exxon Mobil, Chevron und Occidental Petroleum verzeichneten Zugewinne, während Anleger in defensive Sektoren umschichteten.
Stagflation im Fokus
Die Kombination aus schwächelnder Wirtschaft und steigenden Energiepreisen versetzt die Federal Reserve in eine Zwickmühle. Elyse Ausenbaugh von JP Morgan Wealth Management sprach von einem „schwierigen, stagflationären Risikoszenario für die Fed“.
Die Wahrscheinlichkeit, dass die Notenbank die Zinsen in den nächsten drei Sitzungen unverändert lässt, stieg laut CME FedWatch Tool auf 70 Prozent – vor Kriegsbeginn lag sie bei 50 Prozent. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen schnellte von 3,96 auf 4,14 Prozent hoch, der stärkste Wochenanstieg seit April.
Der Volatilitätsindex VIX sprang um 23,2 Prozent auf 29,26 – ein Niveau, das akute Nervosität an den Optionsmärkten signalisiert.
Entscheidende Woche voraus
Am 11. März folgen die Februar-Inflationsdaten für die USA – der wichtigste Termin für die Zinspolitik der Fed. Anleger werden genau beobachten, ob die gestiegenen Energiekosten bereits auf die Gesamtwirtschaft durchschlagen. Zuvor am 10. März berichtet Oracle, am 12. März folgt Adobe.
Der Nasdaq 100 notiert derzeit deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch von 26.182 Punkten. Die Unterstützungszone zwischen 24.300 und 24.600 Punkten wird zur kritischen Marke. Ein Rutsch darunter würde den Weg Richtung 23.800 öffnen.
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