Nasdaq 100: Dritte Verlustwoche in Folge

Der Nasdaq 100 verzeichnet die dritte negative Woche infolge geopolitischer Spannungen und steigender Energiepreise, die Stagflationsängste schüren. Die Fed-Zinssenkung im März gilt als ausgeschlossen.

Die Kernpunkte:
  • Dritte negative Woche in Folge für den Index
  • Ölpreise steigen über 100 Dollar pro Barrel
  • Adobe-Aktie bricht nach Gewinnwarnung ein
  • Institutionelle Investoren nutzen Schwäche zum Einstieg

Der Nasdaq 100 hat die vergangene Woche mit dem dritten Wochenverlust in Folge abgeschlossen. Hinter der Schwäche steckt mehr als gewöhnliche Marktnervosität: Der Konflikt mit dem Iran, eine Blockade der Straße von Hormus und explodierende Ölpreise haben das Marktumfeld grundlegend verändert.

Öl und Geopolitik als Haupttreiber

Brent-Rohöl überstieg erstmals seit August 2022 wieder die Marke von 100 Dollar pro Barrel, WTI kletterte auf knapp 96 Dollar. Auf Wochensicht legten beide Sorten mehr als 8 bzw. 11 Prozent zu. Durch die Straße von Hormus flossen vor dem Krieg rund 20 Prozent des weltweiten Ölverbrauchs — der Verkehr dort ist inzwischen nahezu zum Erliegen gekommen.

Die Folgen für die Märkte sind spürbar. Steigende Energiepreise befeuern die Inflationserwartungen, die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterte auf 4,29 Prozent — den höchsten Stand seit Anfang Februar. Gleichzeitig trübt sich die Konjunkturperspektive ein. Die Vorabumfrage der Universität Michigan für März zeigte einen deutlichen Einbruch des Verbrauchervertrauens; die Benzinpreiserwartungen erreichten den höchsten Stand seit 2022. Stagflationssorgen — höhere Inflation bei schwächerem Wachstum — dominieren die Debatte.

Eine Fed-Zinssenkung im März gilt damit als ausgeschlossen. Händler preisen inzwischen nur noch einen einzigen Schnitt im Dezember ein.

Adobe-Schock belastet Technologiewerte

Zusätzlichen Druck lieferte am Freitag Adobe. Die Aktie brach um rund 8 Prozent ein, nachdem das Unternehmen die Gewinnerwartungen verfehlte und CEO Shantanu Narayen seinen Rücktritt ankündigte — sobald ein Nachfolger gefunden ist. Meta, Palantir und Oracle verloren zwischen 1,7 und 3,8 Prozent. Im Dow Jones zogen Salesforce (−3,25 %), Apple (−2,15 %) und Microsoft (−1,57 %) den Index nach unten.

Trotz des negativen Umfelds verzeichnete der Invesco Nasdaq 100 ETF (QQQM) in den vergangenen fünf Handelstagen Nettomittelzuflüsse von rund 275 Millionen Dollar — ein Hinweis darauf, dass institutionelle Investoren die Schwäche selektiv zum Einstieg nutzen.

Nvidia GTC und FOMC als nächste Wegmarken

Die kommende Woche bringt zwei potenziell marktbewegende Ereignisse. Nvidia-CEO Jensen Huang eröffnet am Montag die GTC-Konferenz (16.–19. März) mit einer Keynote zu den „Five Layers of AI“. Die Aktie liegt seit Jahresbeginn rund 5 Prozent im Minus; Analysten sehen das Event als möglichen Katalysator, um die Nachfrage nach KI-Infrastruktur neu zu untermauern.

Am Dienstag und Mittwoch tagt die Fed. Das Dilemma ist klar: Ein schwächelnder Arbeitsmarkt spräche für Lockerung, hartnäckige Inflation dagegen. Erwartet wird, dass die Notenbank die Zinsen unverändert lässt. Der Nasdaq 100 notiert aktuell unterhalb der technisch relevanten 24.600-Punkte-Zone; das Februar-Tief bei 24.218 Punkten bleibt die nächste nennenswerte Unterstützung.

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