NASDAQ 100: Hedgefonds sind raus, Anleger greifen zu
Halbleiterwerte trieben die Erholung zum Wochenstart, während Fonds ihre Technologiepositionen so rasch wie seit mindestens zehn Jahren reduzierten.

- Nasdaq 100 stieg zeitweise um 1,4 Prozent
- Hedgefonds reduzierten Techpositionen im Rekordtempo
- Halbleiteraktien führten die Erholung an
- KI-Investitionen bleiben ein Renditezweifel
Der Nasdaq 100 holt sich nach dem Ausverkauf der Vorwoche ein Stück zurück. Zeitweise legte der Index am Montag um rund 1,4 Prozent auf knapp 29.600 Punkte zu. Hinter der Erholung steckt allerdings ein auffälliges Positionierungsmuster der Profis.
Hedgefonds trennen sich in Rekordtempo von Techwerten
In den fünf Handelstagen bis zum 15. Oktober bauten Hedgefonds ihre Technologiepositionen so schnell ab wie seit mindestens einem Jahrzehnt nicht mehr. Das zeigen Daten des Prime-Brokerage-Geschäfts von Goldman Sachs. Halbleiter verzeichneten den größten Verlust in Dollar, der Nasdaq 100 verlor in der Woche 5,5 Prozent und erlebte damit seine schwächste Phase seit April 2025.
Ganz ausgestiegen sind die Fonds nicht. Die Netto-Allokation in Technologie liegt bei 23,5 Prozent des globalen Portfolios und damit weiter im obersten Zehntel der vergangenen fünf Jahre. Die Hebelquote sank jedoch auf ein Jahrestief von 48,6 Prozent. Die Profis bleiben investiert, agieren aber vorsichtiger.
Chipwerte führen die Erholung an
Am Freitag war der Index auf das Niveau von Mitte September zurückgefallen. Gegenüber dem Rekordhoch von 31.361 Punkten, das er vor knapp zwei Wochen markiert hatte, fehlten damit rund 7 Prozent.
Zum Wochenstart griffen Anleger bei den zuletzt gebeutelten Halbleitern zu. Sandisk gewann 5,9 Prozent, Marvell und Western Digital legten um rund 5 Prozent zu. AMD, Micron und Intel zogen um 2 bis 3 Prozent an. Bei Intel stufte JPMorgan die Aktie auf „Neutral“ hoch: Die Sanierung dauere Jahre, das Management habe sie aber solide eingeleitet.
Amazon sprang um knapp 5 Prozent. Morgan Stanley erklärte den Titel zum „Top Pick“ und sieht rund 40 Prozent Aufwärtspotenzial.
Schwächer zeigte sich CoreWeave. Trotz einer frischen Kaufempfehlung von Goldman Sachs drehte die Aktie nach anfänglichen Gewinnen ins Minus von 1,8 Prozent. Sorgen um den Finanzierungsbedarf des KI-Cloud-Anbieters belasten den Titel.
Zweifel an der KI-Rendite bleiben
Marktbeobachter bewerten die Erholung als fragil. Ein Analyst von Etoro verweist darauf, dass Anleger weiter hinterfragen, ob sich die hohen Investitionen in KI-Infrastruktur auszahlen. Die Hoffnung ruht nun auf Schwergewichten wie Tesla, Meta und SpaceX. Überzeugen sie mit starken Margen und Ausblicken, könnten die Zweifel nachlassen. Enttäuschungen würden die Finanzierungssorgen dagegen verstärken und den Druck auf den gesamten Sektor erhöhen.
Die Zahlen von Tesla, Meta und SpaceX gelten damit als nächste Belastungsprobe. Fallen sie schwach aus, rückt für den Index die Marke von 29.000 Punkten in Reichweite. Gelingt ein Befreiungsimpuls, wäre das Rekordhoch bei 31.361 Punkten wieder das Ziel.
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