NASDAQ 100: Tankstellenpreise treiben Zinsangst

Teurer Kraftstoff belastet Technologiewerte; LBBW-Analyst Chlench rechnet im Oktober mit stabilen Fed-Zinsen und im Dezember mit einer Anhebung.

Die Kernpunkte:
  • NASDAQ 100 verliert zur US-Eröffnung 0,9 Prozent
  • Kraftstoff und Heizöl treiben September-Inflation
  • Barclays stuft HP, NetApp und Dell herab
  • US-Finanzministerium verhängt Milliardenstrafe gegen Bank of America

Teurer Sprit macht der Wall Street zu schaffen. Stärker als erwartet gestiegene Verbraucherpreise haben am Mittwoch vor allem Technologiewerte belastet. Der Nasdaq 100 gab zur US-Eröffnung um 0,9 Prozent auf 30.283 Punkte nach.

Energiepreise als Auslöser

Verantwortlich für die negative Inflationsüberraschung im September waren hohe Preise für Kraftstoff und Heizöl. Dirk Chlench, Analyst der Landesbank Baden-Württemberg, hält vor allem den erneuten Anstieg an den Zapfsäulen im bisherigen Oktoberverlauf für besorgniserregend. Die US-Teuerung steuere in den kommenden Monaten auf mehr als vier Prozent im Vorjahresvergleich zu.

Das erschwert der Notenbank das Handeln. Chlench erwartet, dass die Federal Reserve die Leitzinsen bei ihrer Sitzung im Oktober noch unverändert lässt. Eine Anhebung im Dezember hält er für gesetzt. Zinssensible Tech-Titel reagieren auf solche Aussichten traditionell empfindlich, weil höhere Zinsen künftige Gewinne geringer bewerten.

Der breite Markt zeigte sich etwas robuster. Der S&P 500 verlor 0,7 Prozent auf 7.753 Punkte, der Dow Jones Industrial gab nur um 0,1 Prozent auf 51.623 Punkte nach.

Hardware-Werte unter Druck, Banken im Blick

Innerhalb der Technologiebranche traf es Hardware-Anbieter besonders. Die Aktien von HP Inc, NetApp und Dell Technologies büßten bis zu acht Prozent ein. Barclays hatte alle drei Titel nach den zuletzt deutlichen Kursanstiegen abgestuft und auf das schwierige Investitionsklima im Unternehmenssektor verwiesen.

Das Geschehen bei den Einzelwerten dominierten allerdings weiterhin Finanzaktien. Bank of America sackte um knapp acht Prozent ab, nachdem das US-Finanzministerium Strafen von mehr als 1,21 Milliarden Dollar wegen Verstößen gegen Geldwäsche- und Sanktionsgesetze verhängt hatte.

Auch der Handelsertrag im dritten Quartal blieb hinter den Erwartungen. Morgan Stanley verlor fast drei Prozent, obwohl die Erträge im Aktienhandel überraschend hoch ausfielen. Blackrock legte dagegen gut ein Prozent zu, getragen von höheren Mittelzuflüssen als erwartet.

Was jetzt zählt

Der Inflationsdruck aus der Energieseite bleibt das zentrale Thema für den Index. Steigt der Spritpreis weiter, dürfte die Debatte um eine Zinsanhebung im Dezember an Schärfe gewinnen. Die Fed-Sitzung im Oktober gilt nach der Prognose der LBBW noch als Zwischenstation ohne Zinsbewegung.

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