Nasdaq 100: Waffenstillstand beflügelt Tech
Die Ankündigung eines Waffenstillstands zwischen den USA und Iran führte zu einem starken Anstieg der Nasdaq-100-Futures und einem historischen Einbruch der Ölpreise, was die geldpolitischen Aussichten verändert.

- Ölpreise stürzen nach Waffenstillstandsankündigung ab
- Broadcom profitiert von erweiterten KI-Vereinbarungen
- Apple-Aktie durch Berichte zu Falt-iPhone belastet
- Nasdaq 100 nähert sich kritischem 200-Tage-Durchschnitt
Der US-Iran-Waffenstillstand hat an den Märkten eine sofortige Entlastungsreaktion ausgelöst. Nasdaq-100-Futures sprangen nach der Ankündigung um knapp 3 %, während Öl so stark einbrach wie seit fast sechs Jahren nicht mehr. Nach einem zähen Dienstag, an dem der Index seitwärts dümpelte und wichtige Tech-Werte nachgaben, kam die Wende erst nach Börsenschluss.
Waffenstillstand dreht die Stimmung
Noch am Dienstagnachmittag lastete die Unsicherheit auf den Märkten. Öl kletterte auf knapp 115 Dollar, Nvidia, Tesla und Apple gaben nach – Anleger warteten angespannt auf das von Trump gesetzte Ultimatum an Iran. Dann, kurz nach 20 Uhr Ostküstenzeit, verkündete Trump via Truth Social einen zweiwöchigen Waffenstillstand. Iran bestätigte kurz darauf: Sollten die Angriffe aufhören, würden auch die eigenen Operationen eingestellt – und der Strait of Hormuz für zwei Wochen passierbar bleiben.
Die Marktreaktion war unmittelbar. WTI-Rohöl brach um bis zu 19 % ein, Brent fiel auf 91,70 Dollar je Barrel. Günstigere Energiepreise verändern die Inflationsrechnung grundlegend – und damit auch die Spielräume der US-Notenbank. Der Fed, die angesichts des Ölpreisschocks kaum Raum für Zinssenkungen sah, öffnet sich nun möglicherweise wieder ein Fenster für geldpolitische Lockerung. Das ist strukturell positiv für zinssensitive Tech-Werte.
Broadcom glänzt, Apple belastet
Bester Einzelwert des Tages war Broadcom, das bereits am Dienstag um 6 % zulegte. Grund: Der Chip-Designer weitete seine KI-Vereinbarungen mit Google und Anthropic aus und übernimmt die Entwicklung von Googles maßgeschneiderten KI-Chips. Am Mittwoch legte die Aktie weitere 3 % zu.
Apple hingegen war der größte Bremsklotz. Berichte von Nikkei Asia über Probleme in der Testphase des geplanten Falt-iPhones ließen die Aktie am Dienstag um knapp 4 % fallen. Bloomberg meldete später, das Gerät liege weiterhin auf Kurs für einen September-Start – der Schaden war da aber bereits angerichtet.
Intel entwickelte sich zum Überraschungsgewinner: Die Aktie stieg, nachdem der Konzern angekündigt hatte, einen 49-%-Anteil an seiner irischen Fab-34-Fabrik für 14,2 Milliarden Dollar von Apollo Global zurückzukaufen. Seit Jahresbeginn steht Intel mit 36 % im Plus.
Tesla bleibt strukturell belastet. JPMorgan verwies auf enttäuschende Auslieferungszahlen: 358.023 Fahrzeuge weltweit – 4 % unter dem Bloomberg-Konsens. Seit Jahresbeginn hat die Aktie 22 % verloren.
Technisch an entscheidender Marke
Der Nasdaq 100 eröffnete am Mittwoch bei 24.143 Punkten und tastete sich bis auf 24.265 vor – genau in die Zone des 200-Tage-Durchschnitts bei rund 24.410. Diese Marke ist technisch entscheidend: Erst ein nachhaltiger Schlusskurs darüber würde das übergeordnete Bild aufhellen. Der Index liegt seit Jahresbeginn noch 8,8 % im Minus und hat damit rund 2 Billionen Dollar an Marktkapitalisierung eingebüßt.
Das technische Bild bleibt gemischt: Acht von zwölf gleitenden Durchschnitten zeigen weiterhin ein Verkaufssignal. Der RSI lag Ende März bei 30,5 % – die Futures-Rally dürfte diesen Wert zum Mittwochsschluss deutlich nach oben verschieben.
Ob die Erholung Bestand hat, hängt maßgeblich davon ab, ob Iran die Hormuz-Zusagen tatsächlich einhält. Ein Analyst warnte bereits, ein zweiwöchiger Waffenstillstand bedeute in der Praxis womöglich kaum mehr als den Status quo – mit weiter erhöhten Öl-, Benzin- und Kerosinpreisen. Zusätzliche Klarheit bringen die US-Inflationsdaten am Freitag sowie die Delta-Quartalszahlen am Mittwoch, die angesichts des Kerosinpreisschocks besonders genau beobachtet werden.
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